Zebra-Jungtiere gedeihen trotz Macken ihres Vaters

Tiergarten. Kaum im Amt, meldet der neue Zoochef Andreas Knieriem in seinem Reich Furore: Steppenzebra-Hengst Ole stellt die Pfleger mit seiner Aufmüpfigkeit vor ein Rätsel. Und seine Kinder haben allen Grund zum Flitzen.

Zebra eins und Zebra zwei - oder wie soll man sie nennen? Namentlich sind Oles Sprösslinge in den Annalen des Zoologischen Gartens nicht verzeichnet. Dabei beherrschen sie wenige Wochen nach ihrer Geburt bereits einen derart leichtfüßigen Galopp, dass ältere Damen entnervt die Piste räumen.

Das eigentliche Problem im Auslaufbereich der Steppenzebras sind natürlich nicht die Jungspunde. Es ist der Heißsporn namens Ole. "Selbst die Gesellschaft von sieben Elenantilopen stört keines der Zebras, nur der eigene Vater stiftet Unfrieden", berichtet Knieriem von seinem Sorgenfall. Der fällt auf mit einem Verhalten, das so nicht im Lehrbuch steht. "Das ranghöchste Tier der Gruppe ist in der Regel eine Stute, während der Hengst sich meist zurückhält. Doch bei uns ist Ole in die Rolle des Tyrannen geschlüpft." Nur wenn er sich zusammenreißt, darf der ungehobelte Herr seinem Nachwuchs treffen, verbringt aber die meiste Zeit abgeschottet von den hurtigen kleinen Streifenträgern.

Steppenzebras entsprechen mit ihrer üppigen Musterung dem klassischen Bild der afrikanischen Steppenbewohner am ehesten und gedeihen in ihrer Heimat Afrika ungefährdet durch die Hand des Menschen. Ausgenommen davon: das Quagga. Diese Zebra-Unterart existiert zwar noch in Berlin - jedoch nur als aus ausgestopftes Exponat im Naturkundemuseum, bei dem sich garantiert kein Huf mehr rührt.


Thomas Schubert / tsc
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