Urania verliert profilierte Vorsitzende

Jutta Semler mit Baustadtrat Daniel Krüger auf dem Vorplatz der Urania im Jahr 2014. (Foto: KEN)
Berlin: Urania Berlin |

Schöneberg. Kenntnisreichtum, Charme und eine ruhige Hand zeichneten sie aus. Mit dem Tod von Jutta Semler verliert die Bildungseinrichtung Urania und Berlin eine engagierte und profilierte Vorstandsvorsitzende.

Eine unter den zahlreichen prägenden Erinnerungen der letzten Zeit wird ihre herzerwärmende Rede anlässlich der Verleihung der Urania-Medaille an den Generalmusikdirektor der Staatsoper, Daniel Barenboim, 2014 bleiben oder auch die mit viel Humor gefeierte Einweihung des nach jahrelangen Vorplanungen neu gestalteten Vorplatzes der Urania in demselben Jahr.

Die gebürtige Berlinerin Jutta Semler leitete seit 1992 die Einrichtung in Schöneberg. Das war ein Ehrenamt, das sie mit Engagement und Begeisterung ausfüllte. Ihre Schwerpunkte lagen bei der Vermittlung von Wissen für ein Laienpublikum.

Die renommierte Medizinerin auf dem Gebiet der Endokrinologie, Diabetologie, Immunologie, Rheumatologie, Stoffwechselerkrankungen und Osteologie arbeitete von 1969 bis 1978 als wissenschaftliche Assistentin am Klinikum Charlottenburg der Freien Universität Berlin, bevor sie die Stelle einer Oberärztin im Rudolf-Virchow-Krankenhaus übernahm.

1980 führte sie als erste in Deutschland die Knochendichtemessung mit der Doppelenergie-Photonen-Absorptionsmethode ein. Als Gründungsmitglied und Vizepräsidentin der Women's Health Coalition setzte sie Jutta Semler für eine geschlechtsspezifische Medizin und Gesundheitspolitik ein.

Die Trägerin des Verdienstordens des Landes Berlin und des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse, die neben ihrer beruflichen Tätigkeit und ihrem Einsatz für die Urania gern Fernreisen unternahm – 1993 setzte sie am Nordpol eine Urania-Fahne –, war eine Kapazität auf dem Gebiet der Erkennung und Behandlung von Osteoporose. Im Immanuel-Krankenhaus, wo sie von 1992 bis 2007 als Chefärztin wirkte, betreute Jutta Semler noch bis vor wenigen Monaten Patienten in ihrer Privatpraxis. Nun ist Jutta Semler knapp 75-jährig nach langer schwerer Krankheit gestorben.

Im Gedenken an ihre Vorstandsvorsitzende will die Urania alljährlich eine Veranstaltung in ihrem Namen abhalten. Der „Dr. Jutta Semler Zukunftsdialog“ soll den Austausch zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit zu aktuellen wissenschaftlichen Themen befördern. Die erste Veranstaltung soll im September stattfinden. Das Thema wird ein medizinisches sein.

Wer nach Jutta Semler den Vorstandsvorsitz in der Urania übernimmt, wollen die Vereinsgremien in naher Zukunft klären, so Urania-Direktor Ulrich Bleyer. KEN
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