Paulinenkrankenhaus feierte 100. Geburtstag

Klinikdirektor Dr. Manfred Hummel, Dr. Ellis Huber vom Vorstand des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Prof. Dr. Roland Hetzer und Sir Simon McDonald. (Foto: FW)

Westend. "Es muss von Herzen kommen, was auf Herzen wirken will", diese Goethe zugesprochenen Worte erhob der Vorstandsvorsitzende des Trägervereins für das Paulinenkrankenhaus, Wolfgang Fixson, zum Motto der Feier des 100. Geburtstages des Krankenhauses.

Bereits die Liste der Ehrengäste beweist, dass das Paulinenkrankenhaus heute längst kein Kiezkrankenhaus mehr ist, sondern überregionale Bedeutung hat. Das entscheidende Datum ist der 19. Dezember 1995. An diesem Tag wurde mit dem Herzzentrum der Kooperationsvertrag über die gemeinsame Behandlung von Patienten nach herzchirurgischen Eingriffen geschlossen. Dieser Kooperationsvertrag ist nicht nur ein Ausweis für das Paulinenkrankenhaus, sondern auch "ein großes Ereignis für das Herzzentrum, das damit seinen wichtigsten Kooperationspartner gewann", sagte dessen Direktor, Prof. Roland Hetzer bei seiner Gratulation. Sechs Jahre nach diesem Vertrag zog das Paulinenkrankenhaus von der Eschenallee in das frühere britische Militärhospital am Dickensweg. Das war dem britischen Botschafter Sir Simon McDonald Grund genug, den Mitarbeitern seine Glückwünsche persönlich zu überbringen. Über den örtlichen Bezug hinaus würdigte er die Namensgeberin Fürstin Pauline zur Lippe als Gründerin des ersten Kindergartens, der damals noch "Kinderbewahranstalt" hieß. Schließlich nahm Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU) das Jubiläum zum Anlass, um zwei frohe Botschaften zu verkünden: Die Reduzierung von Krankenhausbetten in Berlin ist abgeschlossen, und der Bund stellt dem Gesundheitswesen 1,1 Milliarden Euro für die Krankhäuser zur Verfügung, wovon Berlin 40 Millionen Euro bekommt.Dass das Jubiläum gefeiert werden konnte, ist Verdienst einer Bürgerinitiative, die 1977 das Haus vor den Sparplänen des Senats rettete. Seither sichern Westender Bürger, die sich in einem Trägerverein zusammengeschlossen haben, seine Existenz. Davon profitieren alle Berliner, wie die Pankower Dachdeckermeisterin Bettina Steller, die hier ein neues Leben geschenkt bekommen wird. Sie wird es den Ärzten des Herzzentrums zu verdanken haben. Vom Spender ihres neuen Herzens wird sie nie etwas erfahren.


Frank Wecker / FW
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