Berliner Tafel sucht für Kinderrestaurant einen neuen Standort

Wittenau. Das Kinderrestaurant Talmarant im Centre Talma, Hermsdorfer Straße 18, wird zum Jahresende geschlossen. Der Betreiber, die Berliner Tafel, ist berlinweit auf der Suche nach einem Ersatzstandort.

Gegenüber der Berliner Woche bestätigte die Gründerin der Berliner Tafel, Sabine Werth, am 27. August den die Schließung: "Wir haben dort keine Stammkundschaft, es gibt zu wenig Schulen und Jugendeinrichtungen im Umfeld." Es sei nicht sinnvoll, notfalls für zwei Personen einen Restaurantbetrieb aufrecht zu halten. Im 2007 gegründeten Talmarant können Kinder für einen Euro ein komplettes Essen erhalten. Eine finanzielle Bedürftigkeit muss nicht nachgewiesen werden. Schon einmal hatte die Berliner Tafel das Ende des Talmarant beschlossen: Im April 2012, der Beschluss wurde den Mitarbeitern erst später mitgeteilt. Damals räumte Sabine Werth Kommunikationsfehler ein. Nach Protesten aus dem Bezirk und einem Freundeskreis aus ehrenamtlichen Helfern setzte die Berliner Tafel die Schließung aus. Diese ist nun aber wieder aktuell.

Sabine Werth betont, dass das Problem nicht darin bestehe, dass das Talmarant grundsätzlich ein Zuschussbetrieb ist. 2012 hatte der Vorstand von Kosten in Höhe von 90 000 Euro gesprochen, denen 15 000 Euro an Einnahmen gegenüberstünden. "Es geht nicht nur darum, Kindern eine warme Mahlzeit zu ermöglichen, sondern auch darum, Esskultur und Gesundheitsbewusstsein zu vermitteln", sagt die Tafel-Gründerin. Doch dies müsse an einem Standort geschehen, der von vielen Kindern frequentiert werde. Im vergangenen Jahr hatte die Tafel von durchschnittlich 40 Besuchern pro Öffnungstag gesprochen, während der Freundeskreis rund 80 gezählt haben will. Auch im nahegelegenen Romain-Rolland-Gymnasium, das über keine eigene Kantine verfügt, war für den Besuch des Talmarant geworben worden.

Katharina Stütze und Lea Burkart vom Freundeskreis des Talmarant hoffen, dass dieses zumindest so lange weiterbetrieben wird, bis ein neuer Standort gefunden ist - möglichst im Bezirk. Jugendstadtrat Andreas Höhne (SPD) hält dies für unrealistisch: "Der Beschluss ist wohl endgültig, auch wenn ich das sehr bedaure." Er will nun Möglichkeiten einer alternativen Essensversorgung im Centre Talma prüfen.


Christian Schindler / CS
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