"Madame Nou" wurde stolze 50 Jahre alt

Im Mai wurde es 50 Jahre alt. Gloria Riènzner, Mitbegründerin des Tiere-Ruhestandsvereins, pflegte das bejahrte Pony. Foto: M. Schmidt

Zehlendorf. Das älteste Pony Deutschlands, wenn nicht der Welt, ist tot. Nach wochenlangem Leiden wurde "Madame Nou" am Dienstag, 20. August, eingeschläfert.

Das 50-jährige Shetlandpony hatte sich von einer Schlundverstopfung, die sie sich vor Wochen zugezogen hatte, nicht mehr erholt. Sie konnte nicht mehr fressen, magerte ab und wurde schwächer. Auf ihrer Koppel beim Verein für tierischen Ruhestand in Düppel wurde sie von einem Tierarzt der Klinik für Pferde an der FU Berlin von ihren Schmerzen erlöst und entschlief sanft. Auf Wunsch der Klinik wurde das tote Pony den Tierärzten für wissenschaftliche Untersuchungen überlassen.Seit 1974, als sie vom Schlachter gerettet wurde, lebte die eigensinnige Shetlandpony-Dame mit den kurzen Beinen und dem großen Kopf in Düppel beim heutigen Kinder- und Jugend-Reit- und Fahrverein (KJRFV). In den folgenden 18 Jahren lernten auf ihrem Rücken rund 1500 Schulkinder das Reiten, galoppierte sie bei Jagden durch den Grunewald und kleine Nachwuchssportler starteten mit ihr bei Turnieren.

Daneben wurde sie Mutter von sieben Fohlen und prägte die Pony-Herde im KJRFV wie keine andere. Bis zu ihrem Tod wurde sie von Gloria Riènzner, Mitbegründerin des Tiere-Ruhestandsvereins, betreut. Der Förderverein des KJRFV ermöglicht den alten und kranken Pferden und Ponys des Kinder- und Jugendreitvereins ihr Gnadenbrot, wenn sie nicht mehr im Reitschulbetrieb eingesetzt werden können. Erst im Mai hatte der KJRFV den 50. Geburtstag des Tieres gefeiert.


Martinus Schmidt / mst
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