Anwohner pflanzen rot blühende Spiersträucher

Als Ersatz für die gerodeten Hecken pflanzten Anwohner neue Sträucher im Nieritzweg. Im Frühjahr werden sie rote Blüten tragen. (Foto: Obermeier)

Zehlendorf. Im Nieritzweg in Schönow wird es im Frühling wieder blühen. Anwohner haben jetzt in Eigeninitiative neue Hecken auf dem Mittelstreifen gepflanzt.

"Wir haben von der Stadträtin das Okay für die Wiederbepflanzung erhalten", sagt Thomas Obermeier, Gründungsmitglied der Bürgerinitiative. "Das Wetter zwang uns zu handeln. Wir wollten pflanzen, bevor der Boden gefriert."

In der vergangenen Woche kamen also auf dem gerodeten Stück neue Sträucher in die Erde. "Wichtig war uns dabei, dass die Pflege nicht so aufwendig ist, denn sie wird vom Grünflächenamt nicht übernommen."

Die Entscheidung fiel auf pflegeleichte Spiersträucher. Sie blühen sehr früh und sind im Straßenbild relativ häufig zu sehen - versehen mit zahllosen kleinen weißen Blüten.

Vor rund einem Jahr hatte das Grünflächenamt begonnen, die Hecken im Nieritzweg zu roden. Sehr zum Ärger der Anwohner, die ihr Straßengrün behalten wollten. Sie kritisierten vor allem, dass sie nicht über die Maßnahme rechtzeitig informiert wurden. Eine Bürgerinitiative (BI) gründete sich. Im Februar fand eine Anwohnerversammlung mit Bezirksvorordneten und der für Grünflächen zuständigen Stadträtin Christa Markl-Vieto (B‘90/Grüne). Die Piraten sprachen von einer "600 Meter langen Schneise der Verwüstung". Markl-Vieto begründete die Rodung mit der zu teuren Pflege der Hecken, die zudem ökologisch nicht sinnvoll seien. Mit einer Höhe von lediglich 50 Zentimetern böten sie Tieren keinen Schutz.

Immerhin wurden nach der Versammlung die Rodungsarbeiten eingestellt. Im Juni folgte ein Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung, "bei künftigen Planungen zu umfangreichen Heckenrodungen oder Eingriffen in den Bestand der Parks, Grünanlagen und Plätze die betroffenen Anwohner zu informieren."

Für den Nieritzweg wurde jetzt übrigens die rot blühende Variante gewählt. Die zunächst in Aussicht gestellte finanzielle Förderung sei allerdings wieder gestrichen worden. Die Kosten tragen die Anwohner selbst.

Und die Pflanzungen sollen weitergehen. "Wir wissen aber noch nicht genau, wann", so Obermeier.


Ulrike Martin / uma
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