Schriftsteller mit literarischen Mut bereits in den 60igern

Alt-Hohenschönhausen. Der 1933 im sächsischen Oelsnitz geborene Schriftsteller und Stiftungsgründer Reiner Kunze wird für seine Arbeit an der Aufarbeitung der DDR-Diktatur ausgezeichnet.

Alle zwei Jahre ehrt der Förderverein Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen eine Persönlichkeit, die sich in besonderer Weise um die Aufarbeitung der kommunistischen Diktatur verdient gemacht hat. In diesem Jahr erhält der Schriftsteller Reiner Kunze den mit 5000 Euro dotierten Preis. Mit einem Sonderpreis wird zudem das Menschenrechtszentrum Cottbus ausgezeichnet. Die Preisträger wurden aus insgesamt 71 Bewerbern ausgewählt.

Reiner Kunze hatte bereits zu DDR-Zeiten mit Werken wie "Sensible Wege" aus dem Jahr 1969 und "Die wunderbaren Jahre" aus dem Jahr 1976 den Unrechtscharakter der DDR literarisch offengelegt. Heute zählen seine Werke zur Standardliteratur in Deutschland und tragen dadurch zur Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit in der ehemaligen DDR bei. Für die Veröffentlichung der Werke hatte der Autor jedoch Repressionen in Kauf nehmen müssen. Er wurde durch die Stasi verfolgt und schließlich aus der DDR gedrängt.

Nach der Wende veröffentlichte Kunze unter dem Titel "Deckname Lyrik" im Jahr 1990 Auszüge seiner 3500 Blatt umfassenden Stasi-Akte und schob als einer der ersten deutschsprachigen Autoren die Auseinandersetzung mit der SED-Diktatur an. Seine Werke-Sammlung ist nun mit der Gründung der Kunze-Stiftung dauerhaft für die Öffentlichkeit zugänglich. Die Verleihung des Hohenschönhausen-Preises findet am 25. November statt. Weitere Informationen gibt es unter www.stiftung-hsh.de.


Karolina Wrobel / KW
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