Verhandlungen mit der Grün Berlin GmbH haben begonnen

Biesdorf. Die Tage des Schlossparks als stets zugängliche Grünanlage scheinen gezählt zu sein. Hinter verschlossenen Türen verhandelt das Bezirksamt mit der Grün Berlin GmbH über die Zukunft von Schloss Biesdorf und seinen Park.

Das Bezirksamt hat mehrfach versucht, einen geeigneten Betreiber für das Schloss zu finden. Gegenwärtig wird das Schloss mit Fördermitteln der EU und der Lotto-Stiftung rekonstruiert. Im kommenden Jahr soll die geplante Galerie zur DDR-Kunst bereits eröffnet werden. Eine Bedingung für den Erhalt der Fördermittel war, dass das Schloss nach der Rekonstruktion ohne Förderung und Zuschüsse betrieben wird.

Ein erstes Interessenbekundungsverfahren des Bezirksamtes 2012 verlief erfolglos. Es fand sich kein unternehmen, das die finanziellen Risiken tragen wollte. 2013 erfolgte eine Neuauflage. Am Ende legte nur die Gesellschaft für Stadtentwicklung (GSE), die das Freizeitforum Marzahn für den Bezirk betreibt, ein überzeugendes Konzept vor.

Das Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf möchte aber mit einem größeren Partner zusammenarbeiten als mit der GSE. Es hat daher parallel zu den Ausschreibungen schon Gespräche mit der Grün Berlin GmbH gegeben.

Die Verhandlungen sind aber kompliziert, weil die Interessen auseinandergehen. Das Bezirksamt braucht einen Betreiber für das Schloss, die Gartengesellschaft interessiert sich vor allem für den Schlosspark.

Die Gartengesellschaft möchte die Gartenanlage in die Vermarktung der Gärten der Welt einbinden. Diese Strategie verfolgt sie seit Beginn der Planungen für die IGA in Marzahn mehr denn je. Es geht unter anderem um den Bus-Tourismus. "Schon jetzt verkaufen sich Karten für die Gärten der Welt gut im Paket mit anderen Angeboten", sagt dazu lediglich Christoph Schmidt, Geschäftsführer der Grün Berlin GmbH.

Das Bezirksamt will den Schlosspark auf jeden Fall als öffentliche Grünanlage erhalten. "Der Park soll im Alltag ohne Eintritt zugänglich bleiben", sagt Kulturstadträtin Juliane Witt (Die Linke). Es werde aber mit Einschränkungen bei Veranstaltungen und Festen zu rechnen sein, erklärt die Stadträtin. Wie umfangreich diese am Ende aussehen könnten, sei unter anderem ein Gegenstand der Verhandlungen mit der Grün Berlin GmbH.


Harald Ritter / hari
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