Eine Infotafel erinnert an den slawischen Bau

Grundstückseigentümer Bernd Austel und Ideengeber Heinz Lott enthüllten an der Burgwallstraße 77 die neue Informationstafel. (Foto: BW)

Blankenburg. Sie gehört zu den bekanntesten und längsten Straßen des Ortsteils: die Burgwallstraße. Aber woher hat sie ihren Namen? Darüber kann man sich jetzt auf einer Informationstafel an der Burgwallstraße 77 schlau machen.

Eingeweiht wurde die Tafel kürzlich von Mitgliedern des Runden Tisches Blankenburg. "Die Idee stammt von Heinz Lott", berichtet Hansjürgen Bernschein, der Ortschronist von Blankenburg. "Er wohnt schon sehr lange in Blankenburg und wusste, dass es hier mal einen Burgwall gab. In vergangenen Jahren hatte er immer wieder mal angeregt, an die frühere Burg zu erinnern."

Als sich der Runde Tisch Blankenburg vor einem Jahr intensiver mit dem Thema öffentliches Gedenken und öffentlicher Erinnerung auseinandersetzte, schlug Heinz Lott erneut vor, doch an die Burg und den Burgwall zu erinnern. Diesmal fiel sein Vorschlag auf fruchtbaren Boden. Es wurde entschieden, eine Informationstafel aufzustellen.

Gemeinsam mit Hansjürgen Bernschein leitete Heinz Lott alles Nötige in die Wege. Unter anderem wurde zur Geschichte von Burg und Burgwall recherchiert. In Blankenburg befand sich seit dem 7./ 8. Jahrhundert unmittelbar am damaligen Verlauf der Panke eine slawische Burg. Sie bestand aus einem mit Feldsteinen befestigten Erdwall. Darauf stand eine Konstruktion aus Baumstämmen, die der Abwehr von Feinden diente.

Östlich der Burg entstand später eine Vorsiedlung. Nach einem Brand im 9. Jahrhundert wurde die Burg wieder aufgebaut und erweitert. Erst als sie im 10. Jahrhundert erneut abbrannte, wurde sie verlassen. "An den früheren Burgwall erinnern heute noch einige Grundstücke an der Burgwallstraße. Sie liegen höher als die Grundstücke in der Umgebung", berichtet Hansjürgen Bernschein.

Belegt wurde die Existenz der sklavischen Burg durch Ausgrabungen. Erste Grabungen fanden 1893 statt. Im Zusammenhang mit dem Autobahnbau 1971/72 gab es erneut archäologische Grabungen in diesem Bereich. Dabei wurden unter anderem Tierknochen, Geräte aus Knochen und Tonscherben gefunden.

Um 1230 kamen deutsche Siedler in dieses Gebiet. Bernschein: "Ihre neue Siedlung benannten sie nach der verlassenen, der ,blanken‘ Burg. Daraus wurde dann Blankenburg." Die erste Erwähnung des Ortes findet sich allerdings erst im Jahre 1375 im Landbuch Kaiser Karl IV. Der eigentliche Burgwall wurde, bis auf die noch heute erhöht liegenden Grundstücke, erst im Jahre 1893 vollständig abgetragen.

Der Kern des Burgwalls der slawischen Festung befand sich auf den heutigen Grundstücken Burgwallstraße 76 und 77 und im Bereich der hier einmündenden Heimburgstraße. Als Vertreter des Runden Tisches Blankenburg den Besitzer des Grundstücks Nummer 77, Bernd Austel, ansprachen, ob sie an seinem Gartenzaun eine Informationstafel zu Burg und Burgwall aufstellen dürften, erklärte sich dieser sofort dazu bereit.

Tobias Breyer von der Agentur "Bei Freunden" entwarf die Informationstafel, die Firma Dumke-Werbung fertigte sie an, und die Schlosserei André Axin baute das Gerüst für die Tafel. So konnte die erste Informationstafel dieser Art in Blankenburg vor wenigen Tagen als Ergebnis des gemeinschaftlichen Engagements vieler Helfer aus dem Ortsteil eingeweiht werden.


Bernd Wähner / BW
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