Stromnetz Berlin GmbH setzt im Norden Pankows einen Kabelpflug ein

Der Kabelpflug in Aktion: Er reißt das Erdreich auf, verlegt das Rohr und schließt den Boden dann wieder. (Foto: Stromnetz Berlin GmbH)

Karow. Mit einem für Berlin bisher einmaligen Verfahren wird derzeit von der Stromnetz Berlin GmbH am Stadtrand eine unterirdische 110-Kilovolt-Kabelanlage installiert.

Ein Kabelpflug der österreichischen Firma IFK bringt zuvor verschweißte elastische Rohre durch regelrechtes Einpflügen bis zu 2,30 Meter tief unter die Erde. Zu einem späteren Zeitpunkt können dann die Kabel ohne weitere Tiefbauarbeiten eingezogen werden. Die Stromnetz Berlin GmbH entschied sich für dieses Verfahren, weil sonst eine aufwendige Grundwasserabsenkung nötig gewesen wäre. Außerdem wurden Eingriffe in das als landwirtschaftliche Fläche genutzte Gebiet vermieden.

Bei dem Pflugverfahren wird der Boden entlang der Trasse kurz „angelüftet“. Mit einer Kraft von bis zu 200 Tonnen zieht der Kabelpflug danach die vorbereiteten Leerrohre in den Boden ein und drückt die Erdschichten direkt im Anschluss wieder in ihre ursprüngliche Position. Auf insgesamt 1750 Meter Länge baut die Stromnetz Berlin GmbH im nördlichen Pankow an der Landesgrenze zu Brandenburg die neue Hochspannungskabelanlage. Anlass sind der geplante sechsspurige Ausbau der Bundesautobahn A10 sowie der Bau der neuen Raststätte „Am Kappgraben“ zwischen den Autobahndreiecken Pankow und Barnim.

Für diese anstehenden Bauarbeiten müssen Teile einer bestehenden Freileitung zwischen dem Netzknoten Malchow und dem Umspannwerk Buch weichen. Diese werden nun durch die neue Kabelanlage ersetzt.Thomas Schäfer, Vorsitzender der Geschäftsführung von Stromnetz Berlin, ist beeindruckt von der Pflugtechnologie: „Die wachsende Stadt Berlin braucht eine moderne Infrastruktur. Dafür muss man mitunter auch neue und innovative Wege beschreiten. Ich bin froh, dass es uns mit der hier eingesetzten Technologie gelingt, Eingriffe in die Landschaft und die Landwirtschaft fast vollständig zu verhindern und auch die Bauzeit für das Projekt deutlich zu verkürzen.“

Bis Ende November soll die Baumaßnahme abgeschlossen sein. Danach erfolgt der Rückbau der Freileitung inklusive der dazugehörigen Masten. Diese Arbeiten werden bis Mitte April 2017 andauern. BW
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