Flüchtlinge ziehen in Tempohomes: Sporthalle am Efeuweg soll schnell auf Vordermann gebracht werden

Reiner Waldukat von der "Beschäftigungsagentur Berlin Brandenburg" in der Halle am Efeuweg. (Foto: Schilp)
 
Eine Wohneinheit für vier Menschen: mit Küche, Bad, links und rechts einem Zimmer. (Foto: Bezirksamt Neukölln)

Buckow. Die Neuköllner Turnhallen haben als Flüchtlingsunterkünfte ausgedient. Am 14. und 15. Februar konnten die letzten Menschen die Notquartiere verlassen und in die neuen „Tempohomes“ an der Gerlinger Straße ziehen.

Fünfzehn Monate haben Flüchtlinge in den Doppelhallen am Efeuweg 28 und am Buckower Damm 282 gelebt. Bis zu 400 Menschen waren dort untergebracht, zuletzt noch 163. Nun konnten auch sie die beengten und belastenden Verhältnisse hinter sich lassen und sich in den Containern auf den Buckower Feldern einrichten. Hier gibt es 126 Wohneinheiten für bis zu vier Personen. Sie bestehen aus jeweils drei 15 Quadratmeter großen Containern. Öffnet sich die Haustür, steht man in einer kleinen Küche, dahinter ist ein winziges Badezimmer. Links und rechts gehen Türen zu zwei Zimmern mit Doppelstockbetten ab.

Trägerin der Einrichtung ist die „Beschäftigungsagentur Berlin Brandenburg“ (Baab), die auch für die Notunterkunft am Efeuweg verantwortlich war. „Es sieht noch trostlos an der Gerlinger Straße aus, das ist eine große Herausforderung für uns“, sagt der Baab-Geschäftsführer Reiner Waldukat. Das soll sich bald ändern. Der Buckower Bauer Werner Mette habe mehrere Fuhren Mist zugesagt, damit das Areal im Frühjahr bepflanzt und begrünt werden kann.

Die Container-Siedlung bietet Platz für maximal 504 Menschen. Momentan leben hier aber weniger als 400. Sie kommen nicht nur aus Neukölln, sondern auch aus Kreuzberg oder Treptow-Köpenick. „Dann werden wir vielleicht noch Flüchtlinge aufnehmen, die zurzeit in Hostels leben, es haben sich schon Interessenten gemeldet“, so Waldukat. Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) sähe es allerdings gerne, wenn auch Obdachlose hier eine provisorische Unterkunft finden könnten. Ob das möglich ist, müssten Gespräche mit dem Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten zeigen.

Schon eine Stunde, nachdem die Turnhalle am Efeuweg leergezogen war, kamen Bürgermeisterin Giffey und Sportstadtrat Jan-Christopher Rämer (SPD) zum Ortstermin. Nun stellt sich die Frage, wie schnell das Gebäude wieder dem Schulsport zur Verfügung stehen kann. Erfreulicherweise sah der Kunststoffbelag, der mit Holzplatten abgedeckt war, auf den ersten Blick recht gut aus. Bestätigt sich dieser Eindruck, könne erst einmal auf eine langwierige und bis zu sechs Millionen Euro teure Grundsanierung der Halle verzichtet werden, so Giffey.

Sie stellte eine „Kurzfristvariante“ in Aussicht: Bodenreinigung, neue Turngeräte, neue Armaturen, Wasch- und Toilettenbecken für die maroden Bäder. So könnte die Halle im nächsten Schuljahr wieder von Kindern und Jugendlichen genutzt werden. Die notwendige Komplettsanierung der in den 1970er-Jahren erbauten und 1989 asbestsanierten Sporthalle könne dann in Ruhe geplant und zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden. „Das hört sich sehr schön an“, kommentierte der Neuköllner Schulsportleiter Edgar Damm.

Für Reiner Waldukat geht nun die Arbeit an der Gerlinger Straße weiter. Ein Ziel ist, möglichst vielen Flüchtlingen eine Beschäftigung anzubieten, zum Beispiel über den Bundesfreiwilligendienst. „Etliche von ihnen haben im vergangenen Jahr auf einem Acker von Bauer Mette Gemüse für die Neuköllner Suppenküche angebaut und geerntet“, erzählt er. Dieses Projekt soll weiterlaufen.

Auch im Trakt mit den Büros und Gemeinschaftsräumen zum Fernsehen, Spielen oder für Seminare ist noch einiges zu tun. „Vor allem brauchen wir Stühle, Tische und Regale, um sie vernünftig einzurichten“, so Waldukat. Wer helfen möchte, melde sich bitte unter  0163 140 55 39. sus
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.