Wohnen auf den Buckower Feldern: Jury entscheidet sich für Architektenentwurf

Die Buckower Felder aus der Luft gesehen: oben das Tempohome für Flüchtlinge an der Gerlinger Straße. (Foto: Dirk Laubner)

Buckow. Auf den Buckower Feldern wird die landeseigene Wohnbauten-Gesellschaft „Stadt und Land“ ein neues Stadtquartier mit rund 900 Wohnungen errichten. Am 24. Oktober entschied sich die achtköpfige Jury für ein Konzept.

Das Rennen machte das Architekturbüro „rha reicher haase“. Vorausgegangen war ein sogenanntes kooperatives Werkstattverfahren mit Bürgerbeteiligung. Einen Tag vor der Jury-Entscheidung konnten Anwohner die besten drei Entwürfe noch einmal diskutieren, Vorschläge und Einwände vorbringen.

Die Eckdaten: Das Gelände zwischen Buckower Damm, Gerlinger Straße und Stadtgrenze ist im Besitz des Landes Berlin und gut 15 Hektar groß. Von den 900 Ein- bis Vierzimmerwohnungen sollen etwa 700 vermietet werden, bis zu 50 Prozent zu einem Quadratmeterpreis von 6,50 Euro, so dass sie von Menschen mit einem Wohnberechtigungsschein bezogen werden können. Die restlichen 200 Wohnungen sollen beispielsweise Genossenschafts- oder Baugruppenprojekten zur Verfügung stehen. Mit Baubeginn rechnet die Stadt und Land 2019/20.

Geplant ist, dass zu diesem Zeitpunkt die Flüchtlingsunterkunft an der Gerlinger Straße geschlossen ist; sie ist nur für drei Jahre ausgelegt. Aber auch wenn das nicht der Fall sei, könne mit den Arbeiten angefangen werden, so Petra Hildebrandt von der Stadt und Land.

Das Büro „rha reicher haase“ hat nach Ansicht der Jury, zu der auch Stadtplanungsstadtrat Jochen Biedermann (Grüne) gehörte, die vielen Anforderungen am sinnvollsten umgesetzt. Der Entwurf sieht vor, auch an den Rändern nicht höher als viergeschossig zu bauen.

„Zur Landschaft, also zum Reiterhof hin, werden wir dann flacher“, erklärte Architektin Christa Reicher bei der Bürgerversammlung. Vier kleine Quartiersplätze und ein größerer Stadtplatz an der Ecke Buckower Damm und Gerlinger Straße sind geplant. Hier könnten ein Ärztehaus und andere Einrichtungen ihren Sitz finden, so dass er auch für die Nachbarn attraktiv wird.

Studentisches Wohnen und einen Quartiersbauernhof kann sich Reicher ebenfalls vorstellen. Außerdem vorgesehen ist ein grünes „Aktionsband“ mit Sport- und Freizeitangeboten für alle Generationen, das sich entlang des Buckower Damms zieht. „Alles in allem haben der Landschaft großen Raum gegeben“, sagt die Architektin. Gut gefallen hat der Jury auch die Idee, eine Kita, Quartiersgarage und Jugendeinrichtung zu einem „L“ an der Gerlinger Straße anzuordnen.

„So entsteht ein geschützter, überblickbarer Raum für die Kinder“, sagt Hildebrandt. Sie betont aber, dass der Siegerentwurf nicht „in Stein gemeißelt“ sei, sondern als Entwicklungsleitfaden diene.

Wichtig für die Nachbarn ist die Tatsache, dass es vom Buckower Damm aus nur eine Zufahrt zum neuen Viertel geben wird; an der Gerlinger Straße sind es zwei. Die Anwohner leiden schon heute unter dem starken Verkehr, vor allem verursacht von den vielen Pendlern von und nach Großziethen. sus

Weitere Informationen gibt es dazu auf www.buckowerfelder.de.
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