SPD-Abgeordneter begeht Wahlkreis und eröffnet Büro

Exkurs rund um den Bahnhof: Sylvia-Yvonne Kaufmann, Jan Stöß und Frederic Verrycken hörten sich an, was an der Jungfernheide im Argen liegt. (Foto: Schubert)

Charlottenburg-Nord. Teils idyllisch, teils problematisch: Frederic Verrycken verschaffte sich ein Bild von seinem Heimkiez, ließ sich den Stand der Drogenmisere schildern - und stellt Abhilfe für eine Schwierigkeit in Aussicht, die allgegenwärtig ist.

Oben rauscht die Ringbahn, im Untergrund sausen die gelben Wagen der BVG. Und ohne den Bahnhof Jungfernheide, davon ist Frederic Verrycken überzeugt, wäre der Norden Charlottenburgs niemals die Stätte des erschwinglichen Wohnens und Erholens geworden, als die man ihn heute schätzt. Bevor der Vorsitzende des Haushaltsausschusses des Berliner Abgeordnetenhauses zur Eröffnung seines neuen Kiezbüros schritt, unternahm er mit Anwohnern einen heimatkundlichen Exkurs.

Ebenfalls mit von der Partie: SPD-Chef Jan Stöß und Europawahl-Kandidatin Sylvia-Yvonne Kaufmann.

Gemeinsam ließ sich der Tross zunächst vom BVG-Experten Joachim Gorell in den Schacht der U 7 führen, dann jenes farbenprächtige Fliesenmuster erklären, welches den Volkspark Jungfernheide schematisch wiedergibt. Und beschritt auch einen der abgesperrten Bahnsteige, den die Planer für den Ausbau der U 5 erbaut haben, der aber seither nur für Feuerwehrübungen Verwendung findet. Verrycken glaubt, dass auch nach einer Flughafenschließung in Tegel eine Verlängerung der U 5-Trasse zur Jungfernheide noch Sinn macht - "auch die Buslinie TXL sollte bleiben, um das Gebiet nicht abzuschneiden".

Freilich war die Gruppe nun auch bei einem brisanten Problem des Kiezes angelangt: dem Verkauf und Konsum von harten Drogen. Der Schwerpunkt hat sich nach einer heiklen Phase vor sechs Jahre aus dem Norden wieder in südlichere Gefilde verlagert, wie Polizeihauptkommissar Jürgen Eder berichten konnte. "Ansonsten hätte ich Ihnen hier gerne eine filmreife Festnahme gezeigt." Anwohner, die Dealer oder Konsumenten sichten, bittet Eder dringend, die Beobachtung unter 110 zu melden. Und vom Haushaltsexperten Verrycken wünscht er sich - genau wie die BVG-Sicherheitsabteilung - unbedingt mehr Personal. 37 Polizisten in seinen Bereich, das sei viel zu wenig. Daraufhin hörte er keine Widerworte, sondern eine Äußerung, die zur Hoffnung Anlass gibt: Bei den nächsten Haushaltsverhandlung, versicherte Verrycken, wolle er sich bemühen, die Mittel für den öffentlichen Dienst aufzustocken.

Wer mit Frederic Verrycken ins Gespräch kommen möchte, kann sein neues Kiezbüro in der Tauroggener Straße 45 besuchen: Di 14-17 Uhr, Do 9-12 Uhr. Zudem gibt es eine Bürgersprechstunde montags von 17.30 bis 18.30 Uhr und eine kostenlose Rechtsberatung am ersten Dienstag des Monats von 17 bis 18 Uhr.

Thomas Schubert / tsc
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