Geschäftsleuten müssen Umdenken

Charlottenburg-Wilmersdorf. Nach wie vor sei der Kurfürstendamm stark aufgestellt, sagt Nils Busch-Petersen, Geschäftsführer des Handelsverbands Berlin-Brandenburg. Im Auge haben müsse man aber die Mitbewerber im Internet.

Nach einem zwiespältigen Weihnachtsgeschäft gäbe es spannende Aussichten für 2014 - so bewertet Busch-Petersen die Situation am Boulevard. Auf Einlandung des Vereins Kurfürstendamm Interessengemeinschaft analysierte er im Beisein von etwa 50 Geschäftsleuten die Gegebenheiten des Markts. Rückblickend auf die Adventszeit lobte er den Umsatz in den ersten drei Wochen. Die vierte Woche habe mit ihrem milden Wetter vor allem Modehäusern zu schaffen gemacht.

Das neue Jahr am Ku’damm wird aus Busch-Petersens Sicht kein schlechtes, aber ein "spezielles". Denn obwohl sich Berlin wirtschaftlich von den Entlassungswellen der 90er-Jahren mehr und mehr erholt, bleibt die Kaufkraft gegenüber anderen deutschen Großstädte weiterhin zurück. Also sollten Händler verstärkt auf zahlungskräftige Touristen setzen. Einstellen müssen sie sich zugleich auf eine wachsende Zahl von Singlehaushalten und eine Alterung der Bevölkerung.

Die gefährlichste Konkurrenz sieht Busch-Petersen im Internet, das er als "das universellste aller Schaufenster" bezeichnet. Dort schlagen Kunden zu 73 Prozent sonntags zu, wenn die Geschäfte geschlossen sind. Einen Wettbewerbsvorteil hätten Internethändler auch dadurch, dass sie ihre Angestellten zu schlechteren Tarifen beschäftigen können.

Als Reaktion darauf sollten Händler am Ku’damm versuchen, das stationäre Geschäft mit dem Onlinehandel zu verbinden. Auch ein Mix verschiedener Angebote in einem Geschäft sei angeraten. Dienstleistungen und Handel könne man kombinieren. Aber immer mit Blick auf den Kunden: "Er diktiert uns unseren Weg."


Thomas Schubert / tsc
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