Stadtrat Norbert Schmidt (CDU) hält Wände für unverzichtbar

Einzige Alternative zum Erhalt der Skateranlage oder ein Schandfleck? Die Meinungen gehen weit auseinander. (Foto: Kahle)

Dahlem. Auch auf der letzten Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses vor der Sommerpause musste sich Norbert Schmidt (CDU), Stadtrat für Stadtentwicklung, erneut wegen der Lärmschutzwände an der Marshallstraße rechtfertigen.

In unmittelbarer Nachbarschaft des neu entstehenden Wohnquartiers "Fünf Morgen Dahlem Urban Village", liegen ein Bolz- und Basketballfeld, ein Platz für Mountainbikes und einer Skateboardbahn der kommunalen Jugendfreizeiteinrichtung G. Marshall. Um künftige Bewohner vor Lärm zu schützen, sind wie berichtet drei fünf Meter hohe Lärmschutzwände aufgestellt worden. Dazu hatte der Bezirk den Investor Stofanel gedrängt, trotz eines im städtebaulichen Vertrag vereinbarten Klageverzichts.

Doch nicht alle Anwohner sind mit dieser Lösung einverstanden. So hat Anwohnerin Christiane Zander eine Bürgerinitiative gegen die monströsen Bauwerke initiiert. Nach Auffassung der Lärmschutzwand-Gegner verschandeln die Wände die Landschaft. Der festgeschriebene Klageverzicht würde völlig ausreichen. Unterstützt werden sie von der Linksfraktion, die sich eine frühzeitige Einbeziehung der Bürger gewünscht hätte. Die SPD ist nicht grundsätzlich gegen die Schallschutzmauern, wirft dem Amt jedoch vor, versäumt zu haben, den Geltungsbereich des Bebauungsplans zu erweitern und so die Fläche als Jugendnutzung abzusichern. Das allerdings hat Schmidts Vorgänger Uwe Stäglin (SPD) pikanterweise versäumt. Auch der Schallschutz sei unter Stäglin nie thematisiert worden, bedauert Schmidt.

Der festgeschriebene Klageverzicht sei eine rein privatrechtliche Regelung. "Lärmschutz ist jedoch öffentlich rechtlich geregelt", erklärte der Stadtrat. Lärm sei kein Feinschmeckerthema, Lärm mache krank. "Also musste etwas getan werden", betonte Schmidt.

Der Stadtrat sieht die Lärmschutzwände als unverzichtbar an, um die Spiel- und Sportanlagen der Jugendfreizeiteinrichtung dauerhaft zu sichern. Ein Klageverzicht des Investors reiche aus seiner Sicht nicht aus. Er verweist wiederholt auf den Fall, als Anwohner sich vor Gericht erfolgreich gegen ein Baseballfeld wehrten. Es musste abgebaut werden. Der Stadtrat räumte ein, dass die Lärmschutzwände kein architektonischer Wurf seien, es sei jedoch die einzige Möglichkeit die Skaterbahn zu erhalten. "Die Errichtung der Lärmschutzwände ist eine gemeinsame Entscheidung von CDU und Grünen in der BVV Steglitz-Zehlendorf." Und die bilden bekanntlich die Mehrheit in der BVV.


Michael Kahle / m.k.
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