Willkommensklasse in der Warteschleife

Dahlem. Seit Monaten gibt es in der privaten Rudolf Steiner Schule ein fertiges Konzept für eine Willkommensklasse. Und obwohl es in Berlin immer mehr Flüchtlingskinder im schulpflichtigen Alter gibt, wird bislang kein einziges an der Schule unterrichtet.

Bereits zu Jahresbeginn hatte die Waldorfschule Gastschüler aus der inzwischen aufgelösten Notunterkunft in der Königin-Luise-Straße aufgenommen. Wenig später rief der Berliner Senat neben den kommunalen auch die Schulen in freier Trägerschaft dazu auf, Willkommensklassen zu ermöglichen. „Wir haben unser Konzept ausgearbeitet und beim Senat vorgelegt“, sagt Friedrich Ohlendorf, Geschäftsführer der Rudolf Steiner Schule.

Bisher sei aber nichts passiert. „Unser Engagement hängt in der Warteschleife.“ Das bedauert auch Lehrerin Conny Bergengrün: „Es ist noch nicht gelungen, Flüchtlingskinder unserer Willkommensklasse zuzuweisen.“

Auch viele Schüler haben in den ersten Wochen dieses Jahres gute Erfahrungen mit den Gastschülern gemacht und waren enttäuscht, als die Willkommensklasse nicht zustande kann. „Wir überlegten, was wir tun könnten und hatten die Idee, eine Gesprächsrunde mit Schülern, Lehrern und dem Senat einzuberufen“, erklären Bela Baganz und Baldur Sterner, Schülervertreter aus der 11. Klasse.

Die Einladung zur Veranstaltung nahm die Senatsbildungsverwaltung an. „Es hieß, momentan gebe es keinen Bedarf, da alle Flüchtlingskinder im Bezirk untergebracht sind“, erklärt Bela. Es hieß aber auch, dass die Rudolf Steiner Schule höchstwahrscheinlich im neuen Schuljahr die Willkommensklasse einrichten kann.

Denn dann soll die neue Unterkunft an der Potsdamer Chaussee für 340 Flüchtlinge fertig sein und es gibt wieder einen Bedarf an Schulplätzen.

Das Fazit von Bela und Baldur: „Wir freuen uns, wenn die Flüchtlinge kommen. Wir wollen helfen, direkten Kontakt und Austausch haben.“ Friedrich Ohlendorf ist stolz auf die beiden: „Sie haben die Diskussion alleine moderiert." Er hofft, die Willkommensklasse schnell starten zu können.

Ein Gastschüler aus der Notunterkunft ist übrigens geblieben. Er besucht die 10. Klasse und will 2018 sein Abitur machen. uma
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