Senator Mario Czaja (CDU) will am Hausvaterweg 480 Menschen unterbringen

Falkenberg. In sechs neuen Containerdörfern sollen nach Berlin kommende Flüchtlinge untergebracht werden. Der Standort am Hausvaterweg 21 soll im Frühjahr 2015 rund 480 Menschen aufnehmen.

Rund 43 Millionen Euro werden investiert, um 2200 neue Plätze zu schaffen. Das gab Sozialsenator Mario Czaja (CDU) am 20. Oktober bekannt. Der Senat wolle die rasant zunehmende Zahl von Asylsuchenden in Containerdörfern unterbringen, die sich auf sechs Standorte verteilen. Dazu gehört auch ein Grundstück der BSR am Hausvaterweg 21. Hier sollen ab dem Frühjahr 2015 rund 480 Menschen untergebracht werden. Neben dem Standort an der Karower Chaussee in Pankow, wo ebenfalls 480 Plätze geschaffen werden, soll damit in Lichtenberg das größte Containerdorf entstehen. Träger der Unterkunft wird das Evangelische Jugend- und Fürsorgewerk.

Bürgermeister Andreas Geisel (SPD) gab sich von der Standortwahl des Senats überrascht. Er habe erst zwei Stunden vor der Pressekonferenz davon erfahren. "Es ist keine Frage: Die Flüchtlinge müssen untergebracht werden und da stehen die Bezirke auch in der Verantwortung", so Geisel. Nach Mitte hält Lichtenberg die meisten Plätze für Flüchtlinge bereit, bislang leben hier 1556 Menschen in fünf Unterkünften. Zuletzt eröffnete in der Herzbergstraße ein Heim mit 400 Plätzen. Den Standort am Hausvaterweg hält Geisel dagegen für eine Massenunterbringung nicht geeignet. "In Falkenberg leben etwa 500 Einwohner. Diesen Anwohnern die gleiche Anzahl an Flüchtlingen hinzuzusetzen, ist schwierig", sagt der Bürgermeister. Der Standort sei überdies baurechtlich nicht geeignet. "Nur landwirtschaftliche Nutzungen sind an dieser Stelle möglich, ein Containerdorf ist nicht genehmigungsfähig." Überdies läge Falkenberg am Stadtrand, was zur Ausgrenzung führe. "Flüchtlinge werden aufs Feld gesetzt und sind aus der Sicht", kritisiert Geisel. "In Falkenberg fehlt für sie die entsprechende Infrastruktur." Auch die Schulversorgung für die Kinder sei an dieser Stelle kaum zu leisten. "Der Standort liegt weitab von Schulen", sagt auch die Lichtenberger Abgeordnete Evrim Sommer (Die Linke). Sie hält es für ein falsches Signal, Flüchtlinge neben Europas größtem Tierheim unterzubringen.


Karolina Wrobel / KW
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