In Schulen könnte es einen Engpass bei den Sachausgaben geben

Friedrichshain-Kreuzberg. „Das ist ein unhaltbarer Zustand“, sagt Ronny Adler. Und er fragt: „Müssen die Kinder demnächst Seife, Handtücher oder Toilettenpapier selbst mitbringen?“

Ronny Adler ist Elternsprecher an der Hausburg-Europaschule in der Hausburgstraße. Dort informierte die Leitung vor Kurzem darüber, dass sie ab dem kommenden Schuljahr kaum noch Geld für Sachausgaben zur Verfügung hat und deshalb der Einkauf von Hygieneartikel reduziert werden muss – was die Eltern dazu veranlasste, das Problem öffentlich zu machen. Auch weil sie davon ausgehen, dass es nicht nur die Hausburg-Schule betrifft.

Dass das Toilettenpapier demnächst rationiert oder der Erwerb gar völlig storniert wird, sei Quatsch und natürlich nicht zu befürchten, sagt dagegen Schulamtsleiterin Marina Belicke. „Natürlich bekommt jede Schule ihre Ausstattung in dem Maß, das sie benötigt.“ Allerdings räumt auch sie ein, dass bei den Sachausgaben gespart werden muss.

Dafür bekommt das Schulamt derzeit einen Betrag von umgerechnet 2,50 Euro pro Schüler im Jahr. Nötig wäre rund ein Euro mehr. Aber der Bereich musste im aktuellen Haushalt Sparvorgaben erfüllen, weil er noch bis vor Kurzem ein Defizit produziert hat. Das entstand vor allem dadurch, dass es bisher vor allem in Kreuzberg mehr Schulplätze als Schüler gab, was sich dann negativ auf die Kosten- und Leistungsrechnung ausgewirkt hat.

Trotzdem würden die Schulen nicht auf dem Trockenen sitzen, betont die Schulamtsleiterin. Zum einen hätten viele von ihnen Rücklagen. Und wer dringend Geld für den laufenden Betrieb braucht, könne einen entsprechenden Antrag stellen. Der werde im Normalfall sehr schnell bewilligt.

Auch die Hausburg-Schule will wohl auf diese Weise ihre befürchtete Klopapierkrise abwenden. Wobei es nicht unbedingt der optimale Weg ist, wenn eine Schule erst einmal einen Schriftverkehr führen muss, um Waren des täglichen Bedarfs zu beziehen.

Das ist auch Marina Belicke klar. Bei den aktuell laufenden Beratungen zum Doppelhaushalt 2016/17 werde das Schulamt deshalb darauf drängen, dass die Sachmittel auf 3,50 Euro pro Schüler erhöht werden. tf
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