Horst Martin verfolgt seit 25 Jahren den Weg der Berliner Woche

Begleiter seit einem Vierteljahrhundert: Horst Martin und die Berliner Woche. (Foto: Frey)

Friedrichshain. Ja, natürlich könne er sich noch an die erste Ausgabe der Berliner Woche in Friedrichshain erinnern, sagt Horst Martin. "Aber damals habt ihr noch anders geheißen."

Und da hat er recht. Die Zeitung hieß bei ihrem Start in den Ostbezirken im März 1990 zunächst "Hallo Berlin". Es folgte noch der Zusatz Wochenblatt, der später zusammen mit der Bezirksmarke zum alleinigen Titel wurde. Und schließlich seit 2003 die heutige Bezeichnung "Berliner Woche".

Horst Martin ist auf jeden Fall seit 25 Jahren ein aufmerksamer Leser. Wobei dem 77-Jährigen auch noch andere Veränderungen aufgefallen sind. "Zu Beginn gab es in der Zeitung viel weniger Artikel aus Friedrichshain als später und erst recht als heute."

Auch diese Beobachtung ist richtig. Denn zunächst war die Ausgabe für den gesamten Ostteil Berlins gleich. Im Verlauf der Jahre wurde sie aber immer weiter lokalisiert. Jeder Bezirk bekam sein eigenes Wochenblatt. Dabei blieb es auch nach der Bezirksfusion im Jahr 2001. Es gibt jetzt eine Berliner Woche für Friedrichshain und eine für Kreuzberg.

Horst Martin verfolgt diesen Weg seit einem Vierteljahrhundert mit großem Interesse. Und das nicht nur, weil es bei manchen Berichten auch um seine Belange geht. Als stellvertretender Vorsitzender der Seniorenvertretung Friedrichshain-Kreuzberg setzt er sich zum Beispiel für mehr Freizeitstätten für die ältere Generation ein. Ein Thema, das aktuell vor allem den Menschen in Friedrichshain-West auf den Nägeln brennt. "Gerade die Berliner Woche hat darauf mehrfach hingewiesen und unsere Veranstaltungen begleitet."

Auch bei hohen Geburtstagen, Eisernen oder Gnadenhochzeiten ergeben sich Berührungspunkte. Als Mitglied der Sozialkommission X besucht Horst Martin im Auftrag des Bezirks die Jubilare. Aber nicht, ohne die Redaktion im Vorfeld darüber zu informieren.

Ein Ärgernis in diesem Zusammenhang ist seit Kurzem glücklicherweise vom Tisch. Wegen der Haushaltssperre in Friedrichshain-Kreuzberg wurde seit dem vergangenen Herbst kein Geld mehr für den Blumenstrauß bezahlt, der eigentlich zusammen mit den Glückwünschen überreicht wird. Manche ehrenamtlichen Mitarbeiter wollten sich diese Blöße nicht geben und kauften das Gebinde auf eigene Kosten.

Die Berliner Woche hat auf diese und weitere Kürzungen hingewiesen. Denn ob solche Minibeträge wirklich entscheidend zum Abbau des Millionendefizits in Friedrichshain-Kreuzberg beitragen, das erschien zumindest zweifelhaft.

Auch das Bezirksamt scheint inzwischen zu dieser Erkenntnis gekommen zu sein. Seit Februar gibt es wieder Geld für Blumen. Sehr zur Freude nicht nur von Horst Martin.


Thomas Frey / tf
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