Ab 1. Juni Parkzonen im südlichen Friedrichshain

Auch in der Kopernikusstraße muss ab dem 1. Juni für das Parken wie überall im südlichen Friedrichshain bezahlt werden. (Foto: Frey)

Friedrichshain. Im südlichen Friedrichshain gilt ab 1. Juni eine Parkraumbewirtschaftung. Worauf sich die Bürger einstellen müssen, wurde ihnen bei drei Informationsveranstaltungen erklärt. Die Begeisterung scheint sich allerdings in Grenzen zu halten.

Schon beim Auftakt gab es erst einmal viel Kritik am gesamten Vorhaben. Von einer umfassenden Bürgerbeteiligung könne hier überhaupt keine Rede sein, wetterte nicht nur Alexander Morlang, Mitglied der Piratenfraktion im Abgeordnetenhaus.Viele Bürger seien im Vorfeld nur unzureichend unterrichtet worden. Den Flyer mit den Hinweisen auf die Versammlungen hätten manche Haushalte erst einen Tag vor dem ersten Termin, einige sogar überhaupt nicht bekommen.

Die Piraten hatten bereits in der BVV das Parkraum-Konzept abgelehnt. Abgesehen davon fand es im Bezirksparlament eine klare Mehrheit, erklärte Baustadtrat Hans Panhoff (B 90/Grüne). Allerdings gab es bei den Informationsveranstaltungen mehrere Einwände zu den bisher drei geplanten Parkraumzonen. Deren Aufteilung ergebe überhaupt keinen Sinn, meinten mehrere Redner. Stein des Anstoßes war vor allem die vorgesehene Zone B, die von der Gärtner- bis zur Warschauer Straße reichen soll. Gerade hier sei der Parkdruck wegen der vielen Kneipen am höchsten. Gefordert wurde deshalb, dass die B-Zone entweder ausgeweitet, oder den Bewohnern auch ein Parken in den beiden anderen Gebieten erlaubt wird. Etwa in der Zone A, die an der Westseite der Warschauer Straße beginnt und bis zur Marchlewskistraße neu eingerichtet werden soll. Die Zone C umfasst bisher den Bereich zwischen Gärtnerstraße und Ostkreuz. Die nördliche Grenze des bilden die Karl-Marx- und die Frankfurter Allee, die südliche die Bahngleise.

Nicht nachvollziehbar waren für viele auch die geplanten Zeiten für das gebührenpflichtige Parken. Auch hier stand vor allem das Gebiet B im Fokus. Dort soll, ebenso wie in der Zone C, Montag bis Sonnabend von 9 und 22 Uhr kassiert werden. In der Zone A bis 20 Uhr. Tagsüber lasse sich selbst rund um den Boxhagener Platz bequem ein Parkplatz finden. Ganz anders dagegen am Abend. Hier müsse die Parkraumbewirtschaftung bis mindestens um Mitternacht gelten. Und der Sonntag könnte ruhig ebenfalls mit einbezogen werden.

Erläuterungen von Eckart Heinrichs änderten an dieser Einschätzung wenig. Sein Büro LK Argus hatte die Studie zur Parkraumbewirtschaftung erstellt. Ein Ausweiten auf die späteren Nachtstunden bringe erfahrungsgemäß wenig zusätzliche Effekte gab er sich überzeugt. Immerhin soll jetzt über die Zeiten und die bisherige Einteilung der Parkraumzonen noch einmal nachgedacht werden.

Panhoff und auch Wirtschaftsstadtrat Dr. Peter Beckers (SPD) betonten immer wieder, dass die betroffenen Bürger von der Parkraumbewirtschaftung profitieren werden. Ziel sei, die Zahl ortsfremder Autos im Gebiet zu minimieren. Wer hier arbeite, soll zum Umsteigen auf den öffentlichen Nahverkehr animiert werden. Und damit gebe es mehr freie Plätze für die Bewohner.

Ob diese Rechnung aufgeht, wird sich aber erst zeigen, wenn das Unternehmen gestartet ist. "Ich kann die 20 Euro für die Vignette verschmerzen", meinte ein Anwohner. "Sauer werde ich, wenn ich trotzdem vergeblich suche und dann in einer angrenzenden Zone ein Ticket lösen muss."


Thomas Frey / tf
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