Straßenbahn durch die Sonntagstraße?

Vorläufig fährt die Tramlinie 21 immer noch komplett durch die Boxhagener Straße. (Foto: Frey)

Friedrichshain. Im Zuge des Ostkreuz-Umbaus soll der Bahnhof auch besser an das Netz der Straßenbahn angebunden werden. Deshalb gibt es Pläne, die Linie 21 künftig statt wie bisher durch die Boxhagener Straße ab Wühlischstraße durch die Sonntagstraße zu führen. Dagegen wehren sich aber vor allem die Anwohner.

Zum einen halten sie ihre Straße für viel zu schmal für einen Tramverkehr. Außerdem fürchten sie die Belastung durch mehr Lärm. Und teuer, so die Betroffenen, käme dieses Vorhaben ohnehin. Sie wollen deshalb, dass die Straßenbahntrasse weiter durch die Boxhagener Straße in Richtung Marktstraße verläuft. Dort soll, etwa 200 Meter vom Ostkreuz entfernt, eine Haltestelle eingerichtet werden. Unterstützung gibt es dafür vor allem durch den Bürgerverein Traveplatz-Ostkreuz.

Andere Bürgerinitiativen plädieren dagegen für die Durchfahrt durch die Sonntagstraße. Ihre Argumente: Die Straßenbahnhaltestelle muss sich möglichst direkt am Ostkreuz befinden. Nur so könne Umsteigern das Wechseln zur S- und Regionalbahn erleichtert werden. Auf diese Weise könne noch mehr Kunden der öffentliche Nahverkehr schmackhaft gemacht werden. 200 Meter Fußweg würden aber vor allem für ältere und behinderte Menschen eine Barriere bedeuten. Und beim Thema Lärm wird auf Geräusch mindernde Gleisanlagen und leise Straßenbahnen verwiesen, die es natürlich auch in der Sonntagstraße geben soll.

Die Anliegen der dortigen Anwohner müssten natürlich berücksichtigt werden, meint das Stadtteilbüro Friedrichshain. Gleiches gelte allerdings auch für Menschen, die woanders wohnen. Passiere das aber willentlich nicht, "dann ist der Vorwurf berechtigt, dass die demonstrative Empörung eigene Partikularinteressen auf Kosten von anderen verdeckt", heißt in einem offenen Brief des Stadtteilbüros. Angespielt wird hier auf eine bereits im Frühjahr 2012 abgehaltene Bürgerversammlung, zu der vor allem Bewohner der Sonntagstraße eingeladen wurden und die deshalb auch ein entsprechendes Meinungsbild ergab.

Und wie geht es jetzt weiter? Es sei vor allem Sache von Senat und BVG, die Bevölkerung über den Stand des Vorhabens zu informieren, heißt es beim Bezirk. Eine eigene Bürgerversammlung zu diesem Thema, wie von den Piraten zunächst gefordert, wird deshalb abgelehnt. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung scheint weiter die Streckenführung durch die Sonntagstraße zu favorisieren, prüft allerdings auch Alternativen.


Thomas Frey / tf
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