Über Bundestagsbewerberin der SPD entscheidet jetzt ein Parteitag

Cansel Kiziltepe (links) und Silvia-Fee Wadehn konkurrieren bei der SPD um die Wahlkreiskandidatur. (Foto: Frey)

Friedrichshain-Kreuzberg. Wer für die SPD als Direktkandidatin für den Bundestag im Wahlkreis Friedrichshain-Kreuzberg/Prenzlauer Berg-Ost antreten soll, wollten die Genossen eigentlich mit einer Mitgliederbefragung entscheiden. Aber das funktionierte nicht.

Um das nötige Quorum von mindestens 20 Prozent der eingeschriebenen Sozialdemokraten im Wahlkreis zu erreichen, hätten sich mindestens 376 an der Abstimmung beteiligen müssen. Als am 16. Februar um 17 Uhr im Astra-Kulturhaus auf dem RAW-Gelände der Urnengang beendet wurde, waren es allerdings nur 250. Dazu kamen einige weitere, die zuvor per Briefwahl votiert hatten. "Das bedeutet, dass jetzt ein Parteitag die Kandidatin benennen muss", erklärte Julia Schimeta, SPD-Kreisvorsitzende in Friedrichshain-Kreuzberg. Der wird am Sonnabend, 23. Februar stattfinden.Die Delegierten haben dann die Wahl zwischen Cansel Kiziltepe (37) aus Kreuzberg und Silvia-Fee Wadehn (61), die aus Prenzlauer Berg kommt. Beide hatten am 16. Februar noch einmal die Möglichkeit, sich der Basis vorzustellen. Bei ihrer politischen Agenda gab es kaum Unterschiede. Beide sind natürlich für einen Mindestlohn, wollen die soziale Spaltung überwinden, Leiharbeit eindämmen und Altersarmut bekämpfen. Auch mit dem SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück haben beide kein Problem.

Unterschiede gab es eher in der Performance. Cansel Kiziltepe, studierte Volkswirtschaftlerin, sechs Jahre Referentin des Bundestagsabgeordneten Ottmar Schreiner und inzwischen bei VW beschäftigt, argumentiert weitgehend rational und verweist auf ihre Vita als Beispiel erfolgreicher sozialdemokratischer Bildungspolitik. "Dafür habe ich in der Schule die Basis bekommen."

Sylvia-Fee Wadehn kokettiert ebenfalls mit ihrer Biografie, einschließlich ihres Outings als Transsexuelle und einer Geschlechtsoperation. "Ich bin ein bunter Vogel, der neugierig macht." Über das Interesse an ihrer Person ließen sich auch sehr gut Inhalte vermitteln.


Thomas Frey / tf
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