Obdachlosen-Einrichtung wurde zum Jahresende gekündigt

Friedrichshain. Mit Beginn der kalten Jahreszeit wird es in den kommenden Wochen erneut eine große Nachfrage auf die Notübernachtungen und Obdachlosenunterkünfte geben. Eine dieser Einrichtungen steht allerdings vor dem Ende.

Das Kiez-Café in der Wühlischstraße 42 hat eine Kündigung zum 31. Dezember bekommen. Ausgangspunkt dafür waren dringenden Sanierungsmaßnahmen an der Kellerdecke. Dort wurden Mängel an der Statik festgestellt. Nach dem Umbau sollte die Miete erhöht werden. "Und abgesehen davon wurde deutlich, dass der Vermieter uns nicht mehr haben will", sagt Robert Schwind, Vorsitzender des Trägers, der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Spree-Wuhle.

Auch mit Hilfe des Bezirksamtes hat die AWO in den vergangenen Wochen versucht, ein Ersatzdomizil zu finden. Das habe aber bisher kein Ergebnis gebracht, erklärte Sozialstadtrat Knut Mildner-Spindler (Linke). Zum einen sei es schwer, in Friedrichshain kostengünstige Gewerberäume zu bekommen. "Außerdem entstand der Eindruck, dass die Toleranz mancher Vermieter für den Projektzweck und die Zielgruppe abgenommen hat." Im Klartext: Eine Obdachloseneinrichtung gehört nicht unbedingt zu den bevorzugten Mietern.

Immerhin, bei zwei Objekten führt die Arbeiterwohlfahrt derzeit noch Gespräche. "Wir hoffen, dass zumindest eines davon erfolgreich verläuft", sagt Robert Schwind. Außerdem wurde beschlossen, der Kündigung zumindest so lange nicht Folge zu leisten, bis eine Alternative gefunden ist. Das werde zwar eine Klage nach sich ziehen, "aber wir wollen das durchfechten."

Das Kiez-Café in der Wühlischstraße gibt es bereits seit Mitte der 90er Jahre. Neben bis zu 20 Übernachtungsplätzen bietet es einen Aufenthaltsraum, einschließlich Verköstigung, Waschgelegenheiten und eine Kleiderkammer sowie Sozialberatung.


Thomas Frey / tf
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