Maik Mann für Einsatz als Jugendtrainer ausgezeichnet

Maik Mann wurde für seinen ehrenamtlichen Einsatz für den Vereinsfußball ausgezeichnet. Er leitet den Jugendbereich des VfB Friedrichshain. (Foto: Frey)

Friedrichshain. Dass sein Vorstandskollege Maik Mann zu einem der engagiertesten Fußballbetreuer Deutschlands gekürt wurde, erfuhr Enrico Calous, Vorsitzender des VfB Friedrichshain erst durch den Besuch der Berliner Woche. "Stimmt, das habe ich noch gar nicht erzählt", sagt der Ausgezeichnete. Und teilt daraufhin gleich noch mit, dass damit eine fünftägigen Spanienreise im Herbst verbunden ist - inklusive Trainerfortbildung.

Der Grund für seine Zurückhaltung waren weder falsche Bescheidenheit noch Desinteresse sondern andere Aufgaben. Bis Anfang Juli war Maik Mann mit 43 Nachwuchskickern des VfB im Sommercamp am Werbellinsee. Zehn Tage Training und ein abwechslungsreiches Freizeitprogramm für die sechs- bis 13-Jährigen auf die Beine zu stellen, das hatte erst einmal Vorrang.Die Episode zeigt ganz gut, warum der 38-Jährige zu dieser Auszeichnung gekommen ist. Im Frühjahr hatte die KOMM MIT - Gesellschaft für internationale Jugend-, Sport- und Kulturbegegnungen, nach Menschen gesucht, die unermüdlichen und ehrenamtlichen Einsatz für den Vereinsfußball zeigen. Auch in der Berliner Woche erschien dieser Aufruf. Darauf gingen zahlreiche Vorschläge ein. Eine Jury, zu der unter anderem Ex-Nationalspieler Uli Stielike und der ehemalige DFB- und Bundesligatrainer Erich Rutemöller gehörten, wählte aus allen bundesweiten Einsendungen 100 Kandidaten aus. Zwei von ihnen kommen aus Berlin. Einer davon ist Maik Mann, zweiter Vorsitzender und Jugendleiter des VfB Friedrichshain.

Neue Ideen, gepaart mit viel Engagement und Herzblut. Nicht nur die Person, die ihn für den Wettbewerb benannt hat, beschrieb ihn mit solchen oder ähnlichen Begriffen. Maik Mann kam erst 2009 zum VfB, hat aber seither die Jugendabteilung auf Vordermann gebracht. "Damals begann mein Sohn bei den G-Junioren." Schnell fiel ihm auf, dass die Zahl der Trainer und Betreuer überschaubar war und einige eher suboptimal agierten. Dem 2012 gestorbenen Vereinsboss Manfred Bähringer bot er seine Mitarbeit an. "Ich wollte es einfach mal versuchen." Maik Mann erwies sich als Naturtalent, sein Training begeisterte. Später übernahm er weitere Teams, zeitweise waren es vier gleichzeitig. 2011 wurde er Verantwortlicher für den gesamten Jugendbereich. Immer mehr Nachwuchskicker wollen inzwischen beim VfB mitmachen. 2009 hatte der Verein nur sieben Kinder- und Jugendmannschaften, heute sind es 16.

Maik Mann hat sich allerdings nicht nur auf seine Intuition verlassen, sondern sich parallel dazu weitergebildet. Seit vergangenem Jahr besitzt er die C-Lizenz Breitensport Fußball. "Dabei habe ich noch einmal eine Menge gelernt", sagt er und orientiert sich an den Leitlinien, die der einstige DFB-Sportdirektor Matthias Sammer aufgestellt hat. "Bei den Jüngsten geht es vor allem darum, ihnen den Spaß an Spiel und Bewegung zu vermitteln. Ab der E-Jugend kann das eine oder andere konkret eingeübt werden. Und mit der C-Jugend beginnt die spezielle Ausbildung."

Spätestens ab diesem Zeitpunkt trenne sich die Spreu vom Weizen, wird deutlich, wer dass nötige Talent mitbringt, und im wahrsten Sinne des Wortes am Ball bleiben will. Großen Wert legt er auf das Aneignen von Sozialkompetenz. Über den Fußball, dem gemeinsamen Interesse von allen, ließen sich Werte wie Respekt untereinander und vor dem Gegner, Hilfe und Gemeinsinn vermitteln. "Du hast hier die Gesellschaft im Kleinen." Und manchmal besteht seine Aufgabe auch darin, Familienangehörige zu beruhigen, wenn sie zu vehement Leistung ihres Schützlings einfordern oder Trainern den Rücken zu stärken, wenn Fußball affine Väter alles besser wissen.

"Maik ist ein Glücksfall für den Verein", sagt Enrico Calous. Der gibt das Lob an die vielen ehrenamtlichen Betreuer weiter. Und an seine Frau, die akzeptiert, dass er einen Großteil seiner Freizeit dem VfB Friedrichshain widmet. "Ich bin hier reingerutscht und es macht mir wahnsinnig Spaß. Und der Fußball ist ein guter Ausgleich zu meinem Beruf als Bauingenieur."

Auch für die Zukunft hat Maik Mann klare Vorstellungen. "Bis zur C-Jugend sind wir inzwischen gut aufgestellt. Damit es so weiter geht, brauchen wir noch mehr ausgebildete Trainer." Und gerne auch Sponsoren. Ein neuer Einheitsdress für alle Teams, das ist der nächste Wunsch des engagierten Jugendleiters.


Thomas Frey / tf
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