Quinoa-Schule für benachteiligte Jugendliche ab August

Unterricht während der Quinoa-Herbstakademie: Der erste Testlauf für die neue Privatschule. (Foto: Quinoa / Friederike Faber)
Berlin: Quinoa-Schule |

Wedding. Quinoa-Schule heißt die neue Freie Sekundarschule (Klassen 7 bis 10), die am 25. August mit der ersten siebten Klasse startet.

2013 hat UN-Generalsekretär Ban Ki-moon das "Internationale Jahr der Quinoa" ausgerufen. Quinoa ist eine in den Anden beheimatete Körnerfrucht - besonders nahrhaft, leicht anzubauen und damit wichtiges Instrument im Kampf gegen den Welthunger. Quinoa heißt auch die erste freie Schule für sozial benachteiligte Jugendliche. "Der Name passt gut, weil viele Jugendliche auch viel Potenzial haben, das nur gefördert werden muss", sagt Quinoa-Sprecherin Klara Sucher Die staatlich anerkannte Ersatzschule, wie Privatschulen offiziell heißen, will sich vor allem um Kinder aus ärmeren Familien kümmern, denen Bildungschancen oft verwehrt bleiben. In der Osloer Straße 18b, direkt über der früheren Postbank und neben dem Christiania-Kreativzentrum im ehemaligen Umspannwerk, eröffnet Weddings erste Privatschule für Sozialschwache auf einer 200 Quadratmeter großen Büroetage.

"Migrationshintergrund ist eine Chance, kein Nachteil", glauben Stefan Döring und Fiona Brunk. Der Volkswirt und Pädagoge und die Mathematikerin haben während ihres Teach-First-Deutschland Einsatzes zwei Jahre lang an Weddinger Schulen gearbeitet und danach die gemeinnützige Schulfirma Quinoa gegründet. Die Montessori Stiftung ist seit März der Schulträger.

Zwei der 26 Plätze, mit der die siebte Klasse Ende August startet, sind noch frei. Sechs Kinder kommen aus deutschen Familien. Die 18 anderen sprechen zu Hause auch arabisch, türkisch, serbisch oder bulgarisch. Sozialhilfeempfänger - und das sind die meisten - müssen in der Quinoa-Schule kein Schulgeld, sondern lediglich 30 Euro Essengeld bezahlen. Die Lücke zwischen der staatlichen Förderung und den tatsächlichen Kosten füllen Gelder von mehreren Stiftungen, Unternehmen oder privaten Spendern. Vier wohlhabende Privatpersonen übernehmen jeweils komplett ein Schülerstipendium von 9000 Euro pro Jahr. Wer keine Sozialhilfe bezieht, zahlt für sein Kind den Satz gemäß Berliner Kitatabelle (20 bis 395 Euro pro Monat).

Die Schüler werden in den Hauptfächern in zwei kleinen Gruppen unterrichtet. Es gibt derzeit für die ersten 26 Schüler drei Lehrer. Auf dem Stundenplan stehen auch ein Fach namens Zukunft für die Berufsorientierung sowie zusätzlicher Sprachenunterricht in Türkisch. Dazu gibt es Theater- und Medienprojekte. Damit niemand nach der zehnten Klasse trotz guter Voraussetzungen hängenbleibt, kümmern sich ehrenamtliche Mentoren - zumeist Pädagogikstudenten - bis zum Ende der Berufsausbildung oder des Abiturs um die Quinoa-Schützlinge. Oberstes Ziel der neuen Schule ist nämlich, dass jeder erfolgreich in sein Leben startet.

Alles zum Quinoa-Projekt unter www.quinoa-bildung.de.

Dirk Jericho / DJ
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