Am Maselakepark: Senioren sicher im Pflegeheim zurück

DRK-Helfer bringen am frühen Nachmittag die Senioren ins evakuierte Pflegeheim zurück. (Foto: Ulrike Kiefert)

Hakenfelde. Rund 450 Menschen, darunter 171 Bewohner eines Seniorenheims mussten aus einem Sperrkreis rund um den Maselakepark evakuiert werden. Dort wurde am 1. Oktober eine Bombe entschärft.

Am frühen Nachmittag ist alles überstanden. Gertrud Weiss sitzt wieder in ihrem Zimmer und trinkt einen Kaffee. Die morgendliche Aufregung wegen der Bombe ist verflogen. Am Ende war alles halb so schlimm. "Die Pfleger haben sich gut um uns gekümmert. Ich habe einfach abgewartet und bin spazieren gegangen", erzählt die 91-Jährige. Gertrud Weiss gehört zu den 171 Senioren der "Vivantes Hauptstadtpflege Haus Seebrücke" Am Maselakepark 20, die am Morgen des 1. Oktobers evakuiert wurden. Auf einer nahen Baustelle hatten Arbeiter am Vortag bei Grabungsarbeiten einen Blindgänger aus dem 2. Weltkrieg gefunden. In einem Umkreis von etwa 250 Metern rund um den betroffenen Park wurden am nächsten Tag 450 Anwohner in Sicherheit gebracht und die 70 Kilogramm schwere Fliegerbombe gegen 12.30 Uhr entschärft. Eine knappe Stunde später war die Gefahr gebannt, die Bombe kontrolliert gesprengt, verletzt wurde niemand. Der nahe Kindergarten "Am Maselakepark" blieb vorsorglich geschlossen. Die Polizei sprach von einem gelungenen Einsatz. Und auch Hans-Jürgen Duske, Leiter der Einrichtung "Haus Seebrücke", dankte ob des logistischen Aufwandes für die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten. Dutzende Krankenwagen hatten seit 9 Uhr morgens die Bewohner aus dem Seniorenheim geholt und in anderen Häusern untergebracht. Die 20 Schwerstpflegefälle kamen nach Reinickendorf in das Vivantes-Pflegeheim an der Teichstraße, dann folgten die Rollstuhlfahrer und die gehtüchtigen Senioren. BVG-Busse fuhren sie in die Seniorenklubs Hakenfelde und Hohenzollernring sowie in die Senioreneinrichtung an der Wichernstraße in Spandau. Dort wartete auch Gertrud Weiss die Bombenentschärfung ab. Mehr als 100 Pflegekräfte, Ehrenamtliche, Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) und des Katastrophendienstes Spandau waren im Einsatz. Während der Bombenentschärfung fanden am Flughafen Tegel keine Landungen statt.


Ulrike Kiefert / uk
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