Sportklub BAK 07 und Unternehmensnetzwerk Moabit starten Kooperation

Die erste Mannschaft des Berliner Athletik-Klubs 07 präsentierte sich vor dem Spiel gegen Hertha II gemeinsam mit SOS-Kinderdorfkindern und Pierre Voss vom Unternehmensnetzwerk Moabit den Fotografen. (Foto: KEN)
Berlin: Poststadion |

Moabit. Pierre Voss spricht von einem "großen Knaller". Der Sprecher des Unternehmensnetzwerks Moabit hatte sie zusammengebracht: die Interessengemeinschaft von Gewerbetreibenden und Firmen, den Traditionsverein Berliner Athletik-Klub 07 (BAK), das SOS-Kinderdorf aus der Waldstraße und die Berliner Stadtmission.

"Wir sind eine Partnerschaft mit dem Unternehmensnetzwerk Moabit eingegangen. Gleichzeitig begrüße ich auch unsere Gäste aus der Nachbarschaft, aus der Flüchtlingsunterkunft hier nebenan in Moabit. Viel, viel Spaß wünsche ich Euch hier heute im Poststadion." Mit diesen Worten begrüßte Stadionsprecher Yalcin Karaoglu große und kleine Gäste des Sportvereins am Muttertag.

Dann liefen sie unter Trommelwirbel ein: Kinder aus dem SOS-Kinderdorf an der Hand der Profifußballer vom BAK und der Gastmannschaft dieses Tages, Hertha II. Auch wenn das Spiel der vierten Liga Nordost für die Rotweißen leider mit einer 0:2-Niederlage zu Ende ging, für den Moabiter Klub und die anderen Beteiligten war dieser "Social Day", wie ihn BAK-Sport- und Eventmanager Florian Muth nannte, ein voller Erfolg. Die Aktion symbolisierte die neue Kooperation zwischen dem Unternehmensnetzwerk und dem BAK 07. "Die Aktion ist ein Signal, dass das Unternehmensnetzwerk Moabit hinter dem sozialen Engagement seiner Mitglieder in der Jugendarbeit steht, und natürlich Werbung für den Jugendfußball", sagt Pierre Voss.

Jugendarbeit wird beim 1907 gegründeten Verein mit 750 Mitgliedern großgeschrieben. Seine Jugendabteilung hat 14 Mannschaften. Die A-Jugend kickt sogar in der Regionalliga, der zweithöchsten Spielklasse. 18 Mannschaften hat der Klub insgesamt. Das Engagement für die Jugend bezieht sich aber nicht auf den Sport allein. Seit einem Jahr gibt es beim BAK eine Hausaufgabenbetreuung durch ausgebildete, ehrenamtliche Lehrkräfte im Zillehaus. Eine warme Mahlzeit ist selbstverständlich. "Wir wollen unseren Anspruch erfüllen, ein sozialer Verein zu sein", so BAK-Medienmanager Thomas Kraftschenko. Zum Spiel hatte der Verein auch 25 Flüchtlinge aus dem Gierso-Boardinghaus und 30 aus der von der Berliner Stadtmission betriebenen Notunterkunft in der Lehrter Straße 68 eingeladen. "Dem BAK ist es ein Bedürfnis, Flüchtlingen zu helfen", sagt BAK-Sport- und Eventmanager Oliver Jäger. Schließlich habe der Verein selbst viele Spieler mit Migrationshintergrund.

Laut Mathias Hamann von der Stadtmission leben derzeit bis zu 300 Menschen in den Traglufthallen, in der Mehrzahl alleinreisende Männer. Für einige von ihnen war der Sportnachmittag eine willkommene Abwechslung. Hamann würdigte den BAK-Willkommensgruß als "Gegenentwurf zu Pegida". Seit Eröffnung der mobilen Notunterkunft im vergangenen Herbst haben sich 650 Berliner für die Menschen in der Notunterkunft ehrenamtlich eingesetzt. Die Aktion vom Sonntag war die erste ihrer Art. BAK und das Unternehmensnetzwerk Moabit wollen es in der nächsten Saison wiederholen, dann mit Schulkindern.


Karen Noetzel / KEN
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