Weihnachtsgeschichte: Peterle und der Beelzemertel Teil 1

Liebe Leser, da ich in der Adventszeit nicht viel erleben werde, dachte ich mir ich schicke Euch ein Weihnachtsmärchen, das ich vor vielen Jahren mal geschrieben habe. Ich wünsche Euch viel Spaß dabei und darf für private Zwecke kopiert werden eure Uschi Hahn
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Peterle und der Beelzemertel Teil 1
Peterle war ein siebenjähriger Junge, der es mit seinen Späßen allzu arg trieb. Vater, Mutter und Oma waren darüber sehr betrübt. Wollte Peterle doch gar nicht hinhören, wenn sie ihn alle ermahnten, es doch nicht so toll zu treiben. Aber Peter lachte nur darüber und machte seine Faxen, wie so oft. Man sollte ihn doch in Ruhe lassen, dachte er noch genervt.
Nun kam aber die Zeit, dass bald der Nikolaus und sein Geselle, der Beelzemertel, erscheinen würden, denn es war schon Anfang Dezember.

Der Nikolaus ist der Gute und der Beelzemertel der Böse. Er ist wirklich zum Fürchten, weil er all die bösen Kinder einsammelt, in seinen Sack steckt und mitnimmt. Der Beelzemertel verteilt auch keine Süßigkeiten, sondern nur Hiebe mit der Rute. Drückt der Knecht Ruprecht auch oft ein Auge zu, so hat der Beelzemertel auch noch Spaß an seiner Bestrafung. Auch er trägt ein Säcklein mit sich herum, aber nicht mit Süßigkeiten gefüllt. Er schleicht, wenn es dunkel wird, durch die Gassen und findet leider immer wieder Kinder, die ziemlich böse Dinge tun. Oft reicht schon seine Rute, die er bedrohlich hin und her schwingt. Dann versprechen ihm die Kinder sofort, von jetzt an immer artig zu sein. Diese nimmt er dann nicht mit sich.

Als Peterle davon hörte, sagte er sich: ‚Na, den Beelzemertel werde ich heute aber ärgern. Ich werde mich auf die Lauer legen und eine Schnur über den Weg ziehen. Wenn er dann kommt, werde ich ganz schnell ziehen, so dass er stolpert und in die große Pfütze fällt, die dort ist. Er wird dann pitschepatschenass werden.’ Vor lauter Vorfreude über seinen Streich hüpfte er hin und her und klatschte vergnügt in die Hände. ‚Das wird ein Spaß, und kriegen wird der Beelzemertel mich auch nicht, denn ich bin ja viel schneller als er. Er trägt schließlich einen langen Mantel und hat auch außerdem eine schwere Kette bei sich, die bei jedem seiner Schritte laut klirrt. Braun und Schwarz ist seine Kleidung, nicht so schön rot wie die des Nikolaus. der auch immer so freundlich lacht. Sowas tut der Beelzemertel nie. Schon vor seinem zotteligen Bart kann man sich fürchten.‘

Peterle hatte Beelzemertel letztes Jahr durch die Fensterscheibe beobachtet, wie er draußen herumgeschlichen war, aber Angst hatte er nicht bekommen. Vor dem Beelzemertel doch nicht!
Die Mutter ermahnte ihn nun am Abend, nicht mehr hinaus zu gehen, wenn es dunkel geworden war. „Junge, du weißt doch, dass der Beelzemertel umgeht, also bleib lieber zu Hause in der warmen Stube. Man kann ja nie wissen, ob er dich vielleicht mitnimmt.“
Aber Peter lachte seine Mutter nur aus. „Ach, lass mich doch in Ruhe, ich weiß schon, was ich tue“, meinte er sehr selbstsicher. ‚Den Spaß werde ich mir doch nicht nehmen lassen‘, dachte der Junge.

Als es schon stockdunkel war, schlich Peterle aus dem Haus. Einen langen Strick hatte er bei sich. Diesen band er nun am schmalen Weg an einen Strauch und legte sich auf der anderen Seite unter die Büsche. Das Ende der Schnur hielt er fest in seiner Hand.

Peterle wartete. In der Ferne hörte er seine Eltern und die Oma nach ihm rufen, aber das störte ihn nicht weiter. ‚Sollen sie nur suchen, finden werden sie mich ja doch nicht‘, dachte er.
Pst! Hörte er da das Rasseln und Klirren einer Kette? Er lauschte in die Nacht hinein. Da hörte er es wieder und nun sah er auch schon den langen Schatten. Ja, es war der leibhaftige Beelzemertel, der nun ganz gemächlich den Weg entlang stapfte. Peterle hielt die Luft an und als die Gestalt auf seiner Höhe war, zog er schnell die Schnur stramm, so dass sie zwanzig Zentimeter über dem Boden war. Es kam, wie es kommen musste. Es machte Plumps und Platsch und der Beelzemertel fiel genau in die Pfütze. Der Junge lachte nun ganz laut über seinen gelungenen Streich. Dabei vergaß er allerdings das Weglaufen. Ach war das lustig, wie der Beelzemertel so nass dalag! Peter klatschte wieder in die Hände und sprang übermütig um den Beelzemertel herum. Aber als er dann in die schwarzen Augen des Mannes sah, bekam er einen gewaltigen Schreck. Grimmig rollten die Augen und blieben an Peterles Gesicht hängen. Starr von dem Blick eingefangen, war der nicht mehr in der Lage, wegzulaufen. Als der Beelzemertel nun nach ihm griff, war es auch schon zu spät.

Der Beelzemertel war trotz seiner nassen Sachen sehr flink. Schnell wickelte er seine Kette um Peterle, dem das Lachen inzwischen vergangen war. Auch aus seiner Erstarrung war er jetzt erwacht. Er zog und zerrte an der Kette, aber je mehr er sich wehrte, umso fester wurde die Kette. Kein Laut kam ihm dabei über die Lippen. Entsetzt sah Peterle, wie der Beelzemertel nun das Wasser aus seiner Kutte schüttelte und seinen Leinensack aufhob.

Beide waren bis jetzt stumm geblieben, doch nun brummte der Beelzemertel. „Na, was hab‘ ich denn dieses Mal für ein liebes Kerlchen erwischt? Dich wollte ich schon immer haben.“ Dabei zog er fest an seiner Kette, die Peterle gefangen hielt. „So mein Junge, nun kommst du mit mir“, lachte der Beelzemertel böse. „Dies hier war dein letzter Streich, den du anderen gespielt hast“, brummte er zufrieden. „Hast es ja arg genug getrieben.“ Dabei schwenkte er seine Rute bedrohlich über Peterles Kopf.

Nun wurde es dem Jungen aber doch bang zumute und er versuchte abermals, an der Kette zu ziehen. Aber nichts half, er saß fest. Da packte ihn der Beelzemertel kurzerhand am Kragen und mit einem Schwung landete Peterle in dem Leinensack. Er schrie nun wie am Spieß und strampelte wie verrückt. „Lass mich raus, du Böser!“, schrie er verzweifelt.
„Warum soll ich dich raus lassen?“, lachte Beelzemertel.
„Du bist doch der bösere von uns beiden. Du hast immer nur dumme Streiche im Kopf und ärgerst nur deine Mitmenschen“, sprach er zornig. Dann schwang er sich den Sack auf den Rücken und stapfte mit seiner Last in den Wald hinein. Peterle war ihm hilflos ausgeliefert.

Es ging immer tiefer in den Wald hinein, bis der Mann vor einem Strauch stehen blieb, ihn beiseiteschob und dahinter ein Höhleneingang sichtbar wurde. Der Beelzemertel ging hinein und stellte den Strauch dann wieder davor. Niemand sollte den Eingang zu seiner Behausung finden. Er ging immer tiefer in den Stollen, bis er zu einem Eisentor kam, an dem ebenfalls eine schwere Kette mit einem großen Vorhängeschloss hing. Etwas umständlich kramte er in seiner Kutte, um dann den Schlüssel hervorzuholen. Quietschend und knarrend ging die Tür auf.
Teil 2 morgen:-) LG Uschi Hahn

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