Hermsdorfer Erdkröten bekommen neuen Laichplatz

Krötenpaar auf dem Weg zum Laichplatz. (Foto: Kiefert)

Hermsdorf. Zum Krötenschutz ist an der Waldfriedenstraße ein Ersatzlaichbiotop entstanden. Die Tiere müssen zum Laichen jetzt nicht mehr über den Hermsdorfer Damm.

Im Tegeler Forst in Hermsdorf wandern mit den ersten warmen Sonnenstrahlen die Erdkröten zum Tegeler Fließ, um dort ihre Eier abzulegen. Doch nicht alle erreichen ihr Ziel. Denn auf dem Weg müssen sie den stark befahrenen Hermsdorfer Damm überqueren.

Damit die Tiere nicht unter die Räder kommen, wurden vor sieben Jahren Schutzzäune und Fangeimer aufgestellt. Engagierte Helfer der Nabu-Bezirksgruppe sammelten die Tiere ein und trugen sie über die Straße. Doch diese Maßnahme beanspruchte viel Zeit und Personal. Darum wurde jetzt an der Hauptwanderroute der Erdkröten ein Ersatzlaichbiotop am Ende der Waldfriedenstraße angelegt.

Dafür fällten die Berliner Forsten Bäume, um eine 1,5 Meter tiefe Senke auszuheben. Die wurde dann mit einer Folie abgedichtet und mit Regenwasser aufgefüllt. Ein flaches Ufer aus Sand dient den Kröten als Sonnenbank. Da das Ersatzhabitat im Landschaftsschutzgebiet liegt, hatte das Bezirksamt einige Auflagen zu erfüllen. So durfte aus wasserrechtlichen Gründen kein Grundwasser genutzt werden, informierte Gisela Dohme-Wigger, Leiterin des Umwelt- und Naturschutzamts.

Um den Wasserstand dennoch zu halten, sorgt ein naher Brunnen für den nötigen Nachschub in trockenen Sommern. Damit sich die Kröten in dem künstlichen Biotop heimisch fühlen, werden jetzt noch Tauchflur, Kleinröhricht und Seggenriede gepflanzt. Bis sich die Tiere an ihren neuen Laichplatz gewöhnt haben, kann es aber einige Jahre dauern, schätzte Karl-Heinz Marx, Leiter des Forstamtes Tegel. Mit weiteren "Verkehrsopfern" müsse also gerechnet werden. Corinna Diedrich vom Umweltamt ist da optimistischer. "Kröten laichen oft spontan, wenn ein Gewässer auf ihrer Route liegt", weiß sie. Die im Ersatzbiotop geschlüpften Jungtiere seien dann gleich auf ihren neuen Laichort geprägt und kämen als geschlechtsreife Tiere zurück, um sich dort fortzupflanzen. Finanziert wurde das Naturschutzprojekt mit rund 150 000 Euro von der Flughafengesellschaft Tegel. "Das Geld floss als Ausgleichszahlung für eine versiegelte Parkfläche", teilte Umweltstadtrat Martin Lambert (CDU) mit. Wie gut die Kröten das 450 Quadratmeter große Ersatzbiotop letztlich annehmen, soll ein wissenschaftliches Monitoring klären.


Ulrike Kiefert / uk
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