Nachspiel zur Achard-Grundschule

In der Franz-Carl-Achard-Grundschule soll spätestens mit Beginn des neuen Schuljahres im September wieder Unterricht stattfinden. (Foto: Archiv: hari)
Berlin: Franz-Carl-Achard-Grundschule |

Kaulsdorf. Das Hin und Her um den Abriss oder eine Sanierung der Achard-Grundschule hat ein Nachspiel in der Bezirksverordnetenversammlung. Der Schulausschuss will die Verantwortlichkeit der Stadträte untersuchen.

Die Fraktionen in der Bezirksverordnetenversammlung einigten sich darauf, den Schulausschuss mit der Aufarbeitung zu beauftragen. Er hat einen Fragenkatalog erarbeitet, der in den nächsten Monaten Aufklärung in die Affäre bringen soll. Dabei sollen alle Gutachten nochmals ausgewertet, Verantwortlichkeiten für einzelne Entscheidungen festgestellt und die Zusammenarbeit der Ämter unter die Lupe genommen werden. Einen Sonderausschuss, wie ihn die Linke und die Piraten forderten, lehnte die Mehrheit in der BVV ab.

Für die beteiligten Stadträte dürften die kommenden Wochen unangenehm werden. SPD-Immobilienstadtrat Stephan Richter ist von Amts wegen zuständig für das Einholen und Bewerten von Gutachten. Das Schulgebäude selbst befindet sich jedoch im Fachvermögen des Schulamtes. SPD-Schulstadtrat und Bürgermeister Stefan Komoß setzte im Bezirksamt zunächst den Abriss des Schulgebäudes durch. Die Schließung der Schule im September veranlasste wiederum der Stadtrat für Stadtentwicklung, Christian Gräff (CDU). Er ist für die Bauaufsicht im Bezirk verantwortlich.

Nach heutigem Kenntnisstand wurde die Schule wohl voreilig geschlossen. Gräff hatte die Schließung beantragt, weil eine als Rettungsweg ausgewiesene Treppe im Schulgebäude gesperrt worden war. Laut vorliegender Gutachten hätte diese Treppe mit vergleichsweise geringem Aufwand wieder begehbar gemacht werden können. Die Auslagerung des Unterrichts nach Marzahn, der Aufwand und Stress für Schüler und Lehrer sowie hohe Kosten für den Transport wären vermeidbar gewesen. Der Streit um die Frage Abriss oder Sanierung erscheinen im Nachhinein als unnötig.

„Wir werden unser Bestes tun, um die offenen Fragen im Schulausschuss zu klären, auch wenn ein Sonderausschuss besser gewesen wäre“, sagt Linken-Fraktionschef Björn Tielebein. „Die Fragen lassen sich gut im Schulausschuss klären, zur Not auch mit ein oder zwei Sondersitzungen“, sagt dagegen SPD-Fraktionschef Gordon Lemm. hari
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André Kiebis aus Hellersdorf | 04.03.2016 | 16:58  
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