Neuer Vertrag sichert Ratskeller für weitere 20 Jahre

Wolfgang Pinzl kann den Köpenicker Ratskeller weitere 20 Jahre betreiben. (Foto: Ralf Drescher)

Köpenick. In Berlin gibt es nur noch wenige Ratskeller. Das über 100 Jahre alte Restaurant in der Köpenicker Altstadt gehört dazu. Jetzt wurde der Vertrag verlängert.

Wirt Wolfgang Pinzl (55) ist zufrieden. Seit dem 1. Juni gibt es einen neuen Mietvertrag, gültig für zehn Jahre, mit Option für weitere zehn Jahre. Der alte Vertrag war 1994 abgeschlossen worden und endete Ende Mai. Den Abschluss des neuen Vertrags mit der Liegenschaftsverwaltung des Bezirksamts und das 20-jährige Bestehen seines Ratskellers feiert Pinzl im kommenden Monat, unter anderem mit Konzerten von "Papa Binnes Jazzband" (8. August), Jazzlegende Ruth Hohmann (23. August) und Andrej Hermlin (31. August).

Den Ratskeller hatte Pinzl 1994 mit seinem Geschäftspartner Joachim Günzel übernommen, nachdem ein Vorgänger das Restaurant innerhalb von drei Jahren in die Pleite geritten hatte. "Wir hatten bereits Erfahrungen mit der Wernesgrüner Bierstube in Karlshorst, dort erste Konzerte durchgeführt. Da gab es aber schnell Konflikte mit Anwohnern, die dicken Mauern des Köpenicker Rathauses boten die Gewähr für Musikveranstaltungen ohne Querelen", erzählt Wolfgang Pinzl. Nach sechswöchigem Umbau öffneten sich am 6. August 1994 die Türen, zur Feier des Tages fuhr eine historische Straßenbahn, Bürgermeister Klaus Ulbricht schaute auf mehrere Bier vorbei, und auch das Fernsehen war da. Für Veranstaltungen wie den ersten Otto-Reuter-Abend mit Jürgen Hilbrecht hat Ratskeller-Wirt Pinzl noch selbst Plakate geklebt und dann kamen die Besucher in Scharen.

Bis heute ist die Köpenicker Altstadt aber ein unberechenbarer Standort, als das Schloss restauriert wurde, halbierte sich die Zahl der Ratskeller-Besucher. Heute gibt es in der Altstadt rund 20 Restaurants, Kneipen und Cafés. Pinzl sieht in ihnen aber keine Konkurrenz, sondern Mitstreiter für die Entwicklung des Standorts.

Während es für die Gäste zum 20. Jubiläum den Festmonat August gibt, hat sich Wolfgang Pinzl selbst eine moderne Tonanlage sowie eine Videoanlage mit zwei Leinwänden und drei Kameras spendiert. Damit soll der Nachteil durch die mächtigen Pfeiler, auf denen die Gewölbedecke ruht, ausgeglichen werden. "Jetzt gibt es kaum noch Plätze mit schlechter Sicht auf die Bühne", sagt er. Derzeit wird der im Sommer wichtige Außenbereich am Eingang neu gestaltet. Dafür müssen vier Fahrradständer umgesetzt werden, dafür verhandelt der Wirt gerade mit dem Bezirk und hofft auf Verständnis. "Ansonsten freue ich mich auf die nächsten Jahre an einem spannenden Standort im Herzen von Köpenick", sagt er.


Ralf Drescher / RD
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