Das Kreativitätsgymnasium will am Standort Rüdigerstraße festhalten

"Die Kappe e.V." hält am Schulstandort in der Rüdigerstraße fest und hofft auf eine Einigung mit dem Bezirk. (Foto: Wrobel)

Lichtenberg. Viele Eltern und Schüler sind verunsichert, wie es mit dem Kreativitätsgymnasium in der Rüdigerstraße 76 weitergeht. "Die Kappe e.V." als Träger der Schule will um ihren Standort kämpfen.

Seit Monaten ist unklar, ob die Privatschule im Gebäude in der Rüdigerstraße bleiben kann oder diesen Standort aufgeben muss. Der Bezirk will in dem Schulhaus künftig eine staatliche und damit öffentliche Schule für mehr als 500 Schüler einrichten.

"Diese Verunsicherung durch das Bezirksamt ist auch der Versuch, unsere Schule so unattraktiv wie möglich erscheinen zu lassen", sagt Thomas Mosebach, Vorstandsvorsitzender vom Verein "Die Kappe" Er ist verärgert. Der Bezirk hatte dem Verein jahrelang einen Erbpachtvertrag in Aussicht gestellt.

Eine freie Schule habe es nicht einfach, in der Bildungslandschaft Fuß zu fassen. Das Kreativitätsgymnasium sei das einzig freie Gymnasium im Bezirk. "Wir sind eine Schule für Lichtenberg und wollen hier bleiben", sagt Thomas Mosebach. Seit 2008 befindet sich die Schule am jetzigen Standort. Neue Schüler zu gewinnen, war nicht einfach. Denn die freie Schule muss für sich werben und Eltern zuerst auf sich aufmerksam machen. Das gelingt bei den Grundschülern, die eine private Grundschule des Trägers besuchen und das pädagogische Konzept kennen.

Schwieriger ist es, Schüler aus staatlichen Schulen über das alternative und nicht kostenlose Bildungsangebot zu informieren. Flyer und Plakate in den staatlichen Einrichtungen machen auf das pädagogische Angebot aufmerksam. Ein Tag der offenen Tür soll ganz anschaulich zeigen, was Schüler hier lernen können.

Doch die unsichere Situation gefährde, was bisher an Schulaufbauarbeit geleistet wurde: Es seien zwar noch keine Schüler an staatliche Gymnasien gewechselt, jedoch seien die Eltern beunruhigt, berichtet Mosebach.

Besorgniserregend seien die Anmeldezahlen für das kommende Schuljahr. "Wir hatten im November noch rund 45 Interessenten", sagt Schulleiterin Irina Lau. Die meisten seien abgesprungen, als Ende des Jahres bekannt wurde, dass der Bezirk den Schulstandort an sich ziehen will. "Das Wohl unserer 80 Schüler wird aufgewogen mit dem Wohl von Hunderten Schülern einer öffentlichen Schule: das ist ungerecht", sagt Thomas Mosebach.

Er hofft jetzt, dass mit der neuen Bürgermeisterin Birgit Monteiro (SPD) doch noch eine "gute Lösung für beide Seiten" gefunden wird.


Karolina Wrobel / KW
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