Tore nach Kriegsende: Gedenktafel erinnert an deutsch-sowjetische Fußballspiele

Berlin: BVG Betriebshof Siegfriedstraße |

Lichtenberg. Bis in die 1950er Jahre existierte das Städtische Stadion an der Herzbergstraße. Dort wurden auch die ersten Fußballspiele nach Kriegsende ausgetragen.

Zu den besonderen und doch wenig bekannten historischen Ereignissen im Bezirk zählen die ersten offiziellen Fußballspiele nach Ende des Zweiten Weltkrieges, an die nun eine Erinnungstafel an der Herzbergstraße 81 am Zugang zum Landschaftspark Herzberge erinnert.

Am 20. Mai 1945 fand im damaligen Stadion Lichtenberg an der Herzbergstraße ein Fußballspiel im Nachkriegsberlin statt - vor rund 10 000 Zuschauern, wie damals die Berliner Zeitung berichtete. Dabei traten deutsche Spieler gegen sowjetische an. Das bedeutete eine besondere Zäsur: Denn wenige Tage zuvor waren sie noch militärische Gegner gewesen.

Die Spiele knüpften an die Vorkriegsvergangenheit an: 1923 hatte in dem Stadion der „Arbeiter-Fußballwettkampf Moskau-Berlin“ stattgefunden und galt als das erste deutsch-sowjetische Sporttreffen in Deutschland.

Die darauf folgenden Wettkämpfe firmierten dann unter dem Begriff „Russenspiele“. Nachdem die Nationalsozialisten die Sportvereine gleichgeschaltet hatten, brach die Tradition des Arbeitersports an dieser Stelle ab. In der Umgebung entstanden ab 1939 Zwangsarbeiterlager. Das vom Bezirksamt und vom SV Lichtenberg BVB 49 initiierte Gedenken erinnert an die sportlichen Ereignisse.

Die Tafel wurde am 20. Mai in Anwesenheit des Bürgermeisters Michael Grunst (Die Linke) enthüllt. Sie enthält ein historisches Foto vom Stadion, einen Lageplan und einen Text über die Geschichte der Sportanlage.

Das Stadion war zwischen 1914 und 1920 nach Plänen von Rudolf Gleye erbaut worden. KW

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