Keine Räume, kein Unterricht: Bezirk fehlen Kapazitäten

Lichtenberg. Wochenlang warten über 300 Kinder aus der Notunterkunft in der Ruschestraße auf einen Schulplatz. Der ist bislang noch nicht in Sicht, weil noch keine Räume für Unterricht bereit stehen.

"Wir brauchen jetzt die ganz große Lösung", sagte Holger Schmidt von der Schulaufsicht in Lichtenberg. Seit Wochen sind mehrere hundert Flüchtlingskinder ohne einen Schulplatz. "Derzeit findet gar keine Beschulung statt", bestätigt auch die Schulstadträtin Kerstin Beurich (SPD). Die Situation spitzt sich für die Kinder in der Flüchtlingsunterkunft schon seit Dezember zu. "Vor Weihnachten zählten wir 300 Kinder bei insgesamt 900 dort untergebrachten Flüchtlingen", berichtete Schmidt. "Allein mit dieser Zahl hätten wir 25 neue Willkommensklassen einrichten müssen." Zwischenzeitlich habe das Landesamt für Gesundheit und Soziales die Belegung in der Ruschestraße sogar weiter erhöht. Damit steigt auch die Zahl der Kinder, für die nun ein Schulplatz eingerichtet werden muss.

Allein, es fehlen die Räume. Willkommensklassen zählen bis zu zwölf Schüler. Die geringe Klassenstärke ermöglicht es, die Kinder intensiver zu betreuen. Schon jetzt platzen die Regelschulen aus allen Nähten. "Es gibt nur noch 35 Plätze an unseren Schulen. Die reichen für die Versorgung der Kinder nicht aus", so Beurich. Durch sogenannten Inhouse-Unterricht, also dem Lernen in Räumen außerhalb der Regelschulhäuser, soll das Problem gelöst werden. Doch dafür müssen Räume gefunden werden. Das ist nicht einfach. Schon jetzt lernen im Bezirk 720 Kinder in 60 Willkommensklassen – teils in Regelschulen, teils in eigenen Räumlichkeiten außerhalb der Bildungseinrichtungen.

Nun sucht der Bezirk händeringend nach einem Haus, das zu einem Schulhaus gemacht werden könnte. Im Februar ist eine Begehung eines leerstehenden Gebäudes an der Frankfurter Allee geplant. Das Haus gehört zum Areal des ehemaligen Ministeriums für Staatssicherheit. Ob die Immobilie ohne viel Aufwand für den Unterricht hergerichtet werden könnte, soll geprüft werden. "Wir hatten das Haus bereits besichtigt und schauen es uns noch mal an", sagte Holger Schmidt von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft. Er gehe nach jetzigem Stand aber nicht davon aus, dass die Räumlichkeiten geeignet sind. KW
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