Mieterhöhung? Prüfen lassen! Berliner Mieterverein bietet kostenlose Hilfe an

Der Mietspiegel von 2017 verzeichnet gegenüber dem Vorgänger aus dem Jahr 2015 einen Anstieg der Mieten um 9,4 Prozent. Das mag manchen wenig überraschen. Der Berliner Mieterverein warnt aber: nicht immer sind höhere Forderungen rechtens.

194 Mieterhöhungen hat der Berliner Mieterverein (BMV) im Juli und August dieses Jahres überprüft. Ergebnis: In 64 Prozent der Fälle wurde die ortsübliche Vergleichsmiete überschritten. Immer häufiger komme es zudem vor, dass Hausbesitzer gleich die Oberwerte der im Spiegel ausgewiesenen Spannen fordern, ohne einen Nachweis der notwendigen Merkmale zu erbringen, teilt der BMV mit. So hätten sich auch die Oberwerte im Schnitt um 17,4 Prozent erhöht. Der Anstieg sei zudem Ergebnis von überzogenen Preisen bei der Wiedervermietung, womit die gesetzliche Mietpreisbremse umgangen werde.

„Diese Mieterhöhungen bilden die Grundlage für den nächsten Mietspiegel“, so Lieselotte Bertermann von der Bezirksgruppe Lichtenberg des BMV. „Dadurch erhöht sich das Mietniveau in Berlin weiter, und zwar in einem teilweise ungesetzlichen Ausmaß. Wer mehr zahlen soll und das nicht ausreichend überprüft oder prüfen lässt, leistet – wenn auch ungewollt – einen Beitrag zu den rasant steigenden Mieten.“

Die Interessenvertreter des BMV empfehlen daher allen, die in diesem Jahr eine Mieterhöhung bekommen haben, die neue Forderung mit den ortsüblichen Preisen zu vergleichen oder sich dabei Hilfe zu holen. Das sei auch bei ganz neuen Verträgen ratsam. Die Experten bieten dabei Unterstützung an – mit ihrer Aktion Mietpreisüberprüfung. Auch Lichtenberger können dieses kostenlose Angebot nutzen, indem sie einen Fragebogen ausfüllen und an den BMV schicken beziehungsweise per E-Mail senden.

Interessierte können die Fragebögen im Internet unter www.berliner-mieterverein.de abrufen. Sie sind zudem in den Beratungsstellen des Vereins erhältlich: Nachbarschaftshaus in der Ribnitzer Straße 1 b, dienstags von 17 bis 19 Uhr; Stadtteilzentrum Karlshorst in der Wandlitzstraße 13, montags von 9 bis 11 Uhr. Auch im Beratungszentrum in der Frankfurter Allee 85 liegen Fragebögen und Infoblätter aus.
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