Zahl der Verkehrsunfälle steigt: Mehr Geld für Sicherheit auf den Straßen

Aktuell eine Baustelle, generell Unfallschwerpunkt in Lichtenberg: Die Kreuzung Möllendorffstraße und Frankfurter Allee. (Foto: Berit Müller)
 
Zu den häufigsten Unfällen kommt es an der Kreuzung Möllendorffstraße und Frankfurter Allee. (Foto: Berit Müller)

Lichtenberg. Die Zahl der Verkehrsunfälle im Bezirk ist seit 2012 kontinuierlich gestiegen – um fast zehn Prozent. Das geht aus der Antwort der Senatsinnenverwaltung auf eine Anfrage des Abgeordneten Sebastian Schlüsselburg (Die Linke) hervor. Der Lichtenberger Politiker verspricht, dass der rot-rot-grüne Senat für mehr Sicherheit auf den Straßen sorgen will.

6883 Verkehrsunfälle ereigneten sich im Jahr 2012 auf Lichtenbergs Straßen, 2016 waren es 7593. Nach den ersten sechs Monaten dieses Jahres lag die Zahl bereits bei 3742, sodass eine deutlich sinkende Tendenz nicht abzusehen ist. Die weitaus meisten Crashs verlaufen zwar glimpflich – mit Sachschäden oder Leichtverletzten. Im vergangenen Jahr gab es aber auch 112 Schwerverletzte, ein Todesopfer war im Bezirk zu beklagen. 2015 starben bei Verkehrsunfällen in Lichtenberg sogar fünf Menschen, im Jahr davor vier.

Am häufigsten krachte es an der Kreuzung Möllendorff-, Gürtelstraße und Frankfurter Allee (70). Weitere Schwerpunkte sind die Herzbergstraße in Höhe des Dong Xuan Centers (64), die Ecke Landsberger Allee und Weißenseer Weg (62), die Landsberger Allee in Höhe der Bau- und Einrichtungsmärkte (62) sowie die Kreuzungen Siegfried-, Liebenwalder Straße und Landsberger Allee (44) sowie Boxhagener, Kynast- und Marktstraße (42).

Bei rund 70 Prozent aller Unfälle sitzen die Verursacher am Steuer eines Kraftfahrzeugs. Radfahrer oder Fußgänger sind nur mit drei beziehungsweise einem Prozent dafür verantwortlich. Beim Alter der Menschen, die an einem Unfall Schuld tragen, zeichnet sich indes eine Verschiebung ab. Seit 2012 ist die Zahl der Verursacher im Alter zwischen 18 und 25 Jahren um rund 30 Prozent zurückgegangen, während die Zahl der über 64-jährigen um rund 34 Prozent gestiegen ist. Entsprechend sank der Anteil der 18- bis 25-Jährigen von neun auf sechs Prozent, während der Anteil der über 64-Jährigen kontinuierlich von elf auf 14 Prozent gestiegen ist.

„Insgesamt macht die Statistik deutlich, dass die vergangenen Jahre für Lichtenberg verkehrspolitisch verlorene Jahre waren“, so Sebastian Schlüsselburgs Fazit. „Darum ist es besonders wichtig, dass sich der neue Senat im Koalitionsvertrag auf eine Vielzahl von Maßnahmen für eine Verkehrsstruktur in Berlin verständigt hat, die auch die Verkehrssicherheit steigern werden.“

Nach Angaben des Abgeordneten sollen künftig unter anderem Rotlicht- und Geschwindigkeitsverstöße strenger geahndet werden. Es sei vorgesehen, mehr Tempo-30-Limits auf Hauptstraßen einzurichten - vor Schulen beispielsweise. Ausgebaute Radwege und die Trennung der Bereiche für Radfahrer, Pkw- und Fußverkehr sollen ebenfalls mehr Sicherheit bringen. Außerdem sei geplant, die Angebote der Jugendverkehrsschulen zu erweitern und für neue Zielgruppen zu öffnen. „Rot-Rot-Grün handelt und investiert jetzt“, sagt Schlüsselberg. „Dabei wird der Senat die Interessen aller Verkehrsteilnehmer in den Blick nehmen - egal ob Radfahrer, Autofahrer oder Fußgänger.“

Im Haushaltsentwurf ist unter anderem veranschlagt: die Erhöhung des Titels „Maßnahmen zur Verbesserung des Radverkehrs“ – für die dringende Sanierung oder Verlegung von schadhaften Radwegen - auf 6,4 Millionen Euro im Jahr 2018; die Erhöhung des Titels „Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit“ von 1,5 auf zwei Millionen Euro (2018 und 2019). Das dient vor allem der Finanzierung von Schulwegen und besseren und sicheren Querungshilfen. Neben Zebrastreifen sind Mittelinseln und frei einsehbare Kreuzungen, sogenannte Gehwegvorstreckungen, geplant. Nicht zuletzt sieht der Entwurf vor, Zuschüsse für Maßnahmen der Verkehrserziehung und zur Förderung der Verkehrssicherheit zu erhöhen - von 352 000 Euro in diesem Jahr auf 500 000 Euro (2018) und 550 000 Euro (2019). bm
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