Marienfelder Feldmark kommt in der Prioritätenliste des Senats nicht vor

Vor über zwei Jahrzehnten wurde Landschaftsschutz für die Marienfelder Feldmark beschlossen. Konkretes ist daraus bisher nicht gefolgt. (Foto: HDK)

Lichtenrade. Vor mehr als 21 Jahren, am 1. November 1995, schrieb das damalige Bezirksamt Tempelhof im Landschaftsplan (XII-L-1) fest, die Marienfelder Feldmark als Landschaftsschutzgebiet auszuweisen. Bloß ein Termin wurde, wohl im Wissen, dass der Senat das letzte Wort hat, nicht genannt.



Obwohl es in den vergangenen zwei Jahrzehnten einige Vorstöße in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) gegeben hat, ist es bislang bei der Festlegung im Landschaftsplan geblieben. Beispielsweise forderten die Grünen das Bezirksamt nach über zwölf Jahren, 2008, ultimativ auf, darauf hinzuwirken, dass der Plan wie 1995 festgelegt, endlich umgesetzt und die Marienfelder Feldmark offiziell als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen wird. Die BVV beschloss daraufhin einstimmig, die Umsetzung der Landschaftsplan-Verordnung endlich auf den Weg zu bringen. Nichts passierte. Inzwischen im 21. Jahrhundert angekommen, hatte die BVV 2014 auf einen gemeinsamen Antrag von Grünen, SPD und Piraten hin den einstimmigen Beschluss von 2008 erneuert und das Bezirksamt ein weiteres Mal aufgefordert, sich bei den zuständigen Stellen dafür einzusetzen, dass die Feldmark als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen wird. Aber wieder nichts. Mitte März erklärte der zuständige Stadtrat für Umwelt, Oliver Schworck (SPD), auf eine Bürgeranfrage, dass es im Grunde nicht Neues gibt. Was ist da eigentlich los?

Die Berliner Woche hatte den Fall schon 2008 recherchiert und versucht, ihn so weit wie möglich nachzuvollziehen. Danach wurden die damals im Rathaus Tempelhof Verantwortlichen nach dem ersten Beschluss von 1995 mit einer Prioritätenliste vertröstet, die der Senat für die Abarbeitung von Berliner Landschaftsschutzgebietsanträgen ankündigte. Diese Liste wurde aufgestellt und im August 2000 vom Abgeordnetenhaus beschlossen. Die Marienfelder Feldmark stand allerdings nicht drauf. "Warum oder von wem das verschlampt wurde, ist heute nicht mehr zu klären", erklärte Oliver Schworck bereits 2014. Dabei ist es geblieben. Aktuell bereiten die BVV-Fraktionen eine gemeinsame Beschlussempfehlung vor. Darin soll der ursprüngliche Beschluss erneuert und dahingehend erweitert werden, dass das Bezirksamt aufgefordert wird, die Vorarbeiten zu übernehmen, um den Senat zu unterstützen.

Das Landschaftsschutzgebiet in spe ist in den vergangenen Jahrzehnten, insbesondere während der Teilung der Stadt, schon arg geschrumpft. Von der ehemals rund 300 Hektar großen Feldmark sind nur noch etwa 55 Hektar südlich des Schichauwegs übrig. HDK
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