Berliner Woche-Kieztour mit Angelika Schöttler

Mehr als ein Stück Torte brauchte Marina Preuße nicht, um Bürgermeisterin Angelika Schöttler ihr Schaffen zu erklären. (Foto: HDK)

Lichtenrade. Bürgermeisterin Angelika Schöttler und Berliner-Woche-Reporter Horst-Dieter Keitel gehen einmal im Monat im Bezirk auf Entdeckungstour und besuchen besondere Leute, Orte und Institutionen. Dieses Mal war die Mosaik-Manufaktur von Marina Preuße in Alt-Lichtenrade das Ziel.

Marina Preuße erwartet ihren Besuch bereits. Sie hat im Garten vor ihrem alten, zum Atelier ausgebauten Pferdestall in der Marienfelder Straße 87, direkt gegenüber der Alt-Lichtenrader Dorfkirche, ein dickes Stück lecker aussehender Erdbeertorte aufgetischt.

Fast automatisch zählt die Bürgermeisterin im Geiste schon die Kalorien, aber daraus wird nichts. In Wahrheit ist die Torte ein dreidimensionales Mosaik - ein realistisch aus kleinen Steinchen schwergewichtig zusammengefügtes Kunstwerk.

Der Kuchen reflektiert im Grunde schon das Prinzip, nach dem Marina Preuße tätig wird. Die kreative Frau klebt und formt sich gewissermaßen die Welt, wie sie ihr gefällt. "Mein Null-Kalorien-Frühstück", freut sich Marina Preuße über den schon mal gelungenen Gag.

Damit ist das Eis sofort gebrochen und die beiden Frauen sind auf Anhieb im Gespräch vertieft.

Beim Rundgang durch die seit 2010 bestehende Mosaik-Manufaktur erklärt die Künstlerin ihre "Kunst des Zusammenfügens. Es geht vorbei an Regalen, in denen sich unzählige mit bunten Steinchen aus unterschiedlichem Material gefüllte Gläser stapeln, aus denen auf meist selbst hergestellten Betonformen Tier- und allerlei andere Plastiken entstehen: wetterfeste Unikate und je nach Lichteinfall in allen Farben schimmernde Frösche, Vögel, Schildkröten und Leguane oder Oster- und Weihnachtsschmuck zum Beispiel. "Ich habe früher eine Weile viel Patchworksachen aus Stoff gemacht. Das Prinzip, die Idee dahinter ist ja die gleiche", erinnert sich Angelika Schöttler an ihre Studentenzeit.

Die Bürgermeisterin interessiert sich insbesondere auch für die Technik und ist erstaunt, dass eigentlich nur zwei Werkzeuge, eine Art Glasschneider und eine Zange, benötigt werden, um die Mosaiksteinchen in die jeweils gewünschte Form und Größe zu bringen. "Das ist alles, mein hauptsächliches Werkzeug", sagt Preuße. Na, wenn dem so ist, will die Politikerin auch gleich selbst probieren, wie das geht und wühlt sich ein paar Puzzleteile zurecht.

Die Fachfrau bescheinigt Schöttler Talent, das durch einen entsprechenden Kurs sicherlich bis zum Effeff ausbaufähig wäre. Kein Problem: Als Mitglied der Deutschen Organisation für Mosaikkunst veranstaltet Marina Preuße auch Workshops und bietet Kurse für Einsteiger und Fortgeschrittene an.

Aber die Bürgermeisterin hat mit dem Fraktionsmosaik ihrer Verwaltung schließlich genug zu tun.

Weitere Infos: 76 58 97 19 und auf www.mosaik-manufaktur-berlin.de.

Horst-Dieter Keitel / hdk
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