Sportcenter im MV bleibt: Verhandlungen über Flüchtlingsstandort scheiterten

Berlin: Squash-Tennis Nord |

Märkisches Viertel. An der Adresse Treuenbrietzener Straße 36 wird es in absehbarer Zeit keine mobilen Unterkünfte für Flüchtlinge geben. Der Standort wurde bisher auf einer Senatsliste geführt.

Die Nennung des Grundstücks Treuenbrietzener Straße 36 als Standort einer mobilen Unterkunft für Flüchtlinge (ein sogenanntes MUF) hatte schnell für Aufregung gesorgt. Denn an der Stelle ist ein privates Sportzentrum angesiedelt, das Unternehmen „Squash-Tennis-Nord und Fußballwelt Nord“. Auf die Liste künftiger Standorte für Flüchtlingsunterkünfte kam es wohl nur, weil das Grundstück Eigentum der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft Gesobau ist. Nutzer des Zentrums sammelten Unterschriften gegen die Aufgabe des Sportstandorts.

Vertragsauflösung nicht zugestimmt

„Planungsrechtlich wäre dort eine solche Unterkunft möglich, allerdings müsste sich die Gesobau mit ihrem derzeit dort befindlichen Vertragspartner über eine eventuelle Vertragsauflösung einigen“, beschreibt Bürgermeister Frank Balzer (CDU) die rechtliche Situation. Und genau dies ist bisher nicht erfolgt, und scheint zudem nicht mehr möglich zu sein. Nach mehrmonatigen Verhandlungen habe der Eigentümer des Sportzentrums das Angebot der Gesobau über eine Vertragsauflösung abgelehnt, teilte jetzt Gesobau-Sprecherin Birte Jessen auf Anfrage der Berliner Woche mit. Damit werde das Grundstück auch nicht für MUFs verwendet.

Kritik aus Politik und Sport

Die Planungen der Senatsverwaltung, an der Treuenbrietzener Straße Flüchtlinge unterzubringen, waren nicht nur bei den Nutzern des Sportzentrums auf Kritik gestoßen. Der SPD-Abgeordnete Thorsten Karge zeigte sich „entgeistert, dass man ausgerechnet ein Sportcenter abreißen will, um Unterbringungsmöglichkeiten für Flüchtlinge zu schaffen, die zurzeit in Turnhallen untergebracht sind“.

Karge kritisiert Bürgermeister Balzer, der erst die Suche nach vernünftigen Standorten blockiert und dann dem Standort mit dem traditionsreichen Sportcenter zugestimmt habe. Balzer wiederum verweist darauf, dass der Bezirk selbst keine geeigneten Grundstücke besitze. Bei anderen Grundstücken könne der Bezirk nur prüfen, was planungsrechtlich möglich ist. CS
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