Viele Oberschulen in Marzahn-Hellersdorf haben ein Überangebot an Plätzen

Die Caspar-David-Friedrich-Oberschule gehört zu den beliebtesten Oberschulen in Berlin. (Foto: hari)

Marzahn-Hellersdorf. Die weiterführenden Schulen im Bezirk haben viele freie Plätze. Es fehlt an Schülern. Doch diese Situation ändert sich in den kommenden Jahren.

Bei den diesjährigen Anmeldungen für die Oberschulen gibt es Gewinner und Verlierer. Die Caspar-David-Friedrich-Schule konnte sich über 180 Anmeldungen für die 100 Plätze in den siebenten Klassen freuen. Die musikbetonte Sekundarschule landete damit unter den zehn am meisten in Berlin nachgefragten Oberschulen, obwohl sie keine eigene Gymnasialstufe anbieten kann. Am Siemens-Gymnasium bewarben sich Schüler auf die 160 freien Plätze. Schulleiter Andreas Schulz führt die geringe Nachfrage auf die gegenwärtigen Überkapazitäten im Oberschulbereich zurück. "Das Gute daran ist, dass alle Elternwünsche erfüllt werden können", sagt er.

Rund 576 Plätze stehen in den fünf Gymnasien zur Verfügung. Es bewarben sich aber nur 489 Schüler. An den rund 1148 Plätzen in den zehn anderen Schulen mit Oberstufe zeigten etwa 979 Schüler Interesse. Etwa ein Drittel der Grundschüler des Bezirks drängt in die Gymnasien, zwei Drittel wollen in eine Sekundarschule. Dies ist ein Trend, der seit Jahren zu beobachten ist.

Derzeit gibt es ein Überangebot an Oberschulplätzen. Das wird sich in den kommenden Jahren angesichts rasant steigender Grundschülerzahlen ändern. Während sich in diesem Jahr rund 1468 Grundschüler um die etwas mehr als 1724 Oberschulplätze bewarben, werden es in sechs Jahren vermutlich weit über 3000 sein. Das ist die Prognose des Bezirksamtes.

Die überdurchschnittliche Beliebtheit der Caspar-David-Friedrich-Schule erklärt sich unter anderem auch mit der Verfassung der Schulgebäude: die Oberschule hat ein saniertes Schulgebäude, eine sanierte Sporthalle und einen modernen Sportplatz. Neben dem breiten Interesse an einer musikalischen Bildung der Kinder spielt wohl auch die Organisation des Unterrichts und die Motivation der Lehrer eine positive Rolle. "Wir sind ein Gesamtpaket", sagt Schulleiterin Gabriele Müller.

Einige Gymnasien wie das Siemens-Gymnasium haben dagegen Probleme, ihre Klassen voll zu bekommen. Diese Sorgen teilen sie mit einigen Integrierten Sekundarschulen wie der Kerschensteiner Schule und den zwei Gemeinschaftsschulen in Marzahn-Hellersdorf.

Eine von ihnen ist die Wolfgang-Amadeus-Mozart-Schule in der Cottbusser Straße. Auf die 75 Plätze haben sich nur 29 Schüler beworben. "Die Oberstufe der Schule hat keinen guten Ruf", erklärt Francesco Malo, Vorsitzender des Elternausschusses an der Gemeinschaftsschule. Das habe mit den schlechten Lernbedingungen zu tun. In einer achten Klasse fehle zum Beispiel seit Monaten der Englischlehrer.


Harald Ritter / hari
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