Ausstellung in der Galerie M stellt Gewissheiten infrage

Berlin: Galerie M |

Marzahn. Die Galerie M zeigt bis 1. September einen schrägen Querschnitt der Geschichte der Kunst von der Steinzeit bis zur Gegenwart. Sie stellt damit auch vermeintliche Gewissheiten über die Kunst infrage.

Der Titel der Ausstellung „‚Entartete‘ Kunst“ führt allerdings zunächst in die Irre. Das, was unter der Naziherrschaft „Entartete Kunst“ genannt wurde, spielt nur am Rande eine Rolle oder im Kontext anderer Werke. Immerhin versuchen sich die Ausstellungsmacher unter anderem an der Beantwortung der Frage: Warum wurde in Nazi-Deutschland die Werke „entarteter“ Künstler stärker nachgefragt und verkauft als nach dem Zweiten Weltkrieg? Hauptsächlich wird mit absurd anmutenden Parallelen gespielt, etwa wenn eine Abbildung von Adolf Hitlers Hunde Blondi in einem Raum mit Andy Warhols Porträt von Debbie Harry, der Sängerin der US-amerikanischen Band „Blondie“, erscheint.

Aufschlussreicher dagegen ist der Untertitel der Ausstellung, der „ein Metaxyum“ lautet. Das altgriechische Wort lässt sich mit „Zwischenzustand“ übersetzen. In der Ausstellung ist die stattliche Zahl von 1300 Exponaten zusammengestellt zu einem bildhaften, gegenständlichen Lexikon der Kunstgeschichte. Sie wird dadurch selbst zu einem Kunstwerk, dessen Querbezüge nachdenklich stimmen.

Die Botschaft: Was heute als „entartet“ gilt, muss das morgen schon nicht mehr sein – und umgekehrt. Darüber können sich Besucher am Donnerstag, 27. Juli, um 19 Uhr in einer Diskussionsrunde in der Galerie M austauschen. hari

„‚Entartete‘ Kunst“, Galerie M, Marzahner Promenade 46, www.galerie-mh.de, Öffnungszeiten Mo-Fr und So 10-18 Uhr.
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