Kulturstadträtin will Angebot der Bibliotheken schneller aktualisieren

Marzahn-Hellersdorf. Die Bibliotheken des Bezirks müssen ihr Medienangebot stärker an die Bedürfnisse der Leser anpassen und häufiger aktualisieren. Das geht aus dem Bibliothekskonzept des Kulturamtes hervor.

Ausgangspunkt der Überlegungen ist eine Analyse der sich verändernden Leserschaft. Das Durchschnittsalter der Einwohnerschaft steigt und gleichzeitig wachsen im Bezirk wieder mehr Kinder auf. Das Medienverhalten von Kindern und Jugendlichen unterscheidet sich jedoch deutlich von dem von Erwachsenen. Sie informieren sich weitgehend über das Internet und lesen weniger Bücher. Aber auch die ältere Generation ist bei der Ausleihe von Büchern anspruchsvoller und wählerischer geworden.

Um alle Generationen stärker für die Bibliotheken zu gewinnen, müssten diese ihr Angebot schneller aktualisieren. Kulturstadträtin Juliane Witt (Die Linke) strebt an, Bücher und andere Medien schneller aus dem Bestand der Bibliotheken auszusortieren. Was wenig genutzt wird, muss in der Bezirkszentralbibliothek "Mark Twain" nach zwei bis fünf Jahren aus den Regalen. In den anderen Bibliotheken gilt ein Zeitraum von ein bis zwei Jahren. Ausnahmen werden nur für klassische Werke gemacht.

Die Forderung nach einer schnelleren Erneuerung des Medienbestandes blendet jedoch die finanziellen Mittel im Haushalt des Bibliotheksamtes völlig aus. Im Doppelhaushalt 2014 und 2015 stehen jeweils 270 000 Euro für alle Bibliotheken in Marzahn-Hellersdorf zur Verfügung. Laut Bevölkerungszahl und aus fachlicher Sicht müsste die Summe dreimal so hoch sein. Als Ziel formuliert die Kulturstadträtin, den Medienetat 2016 auf zumindest 442 000 Euro steigern zu wollen.


Harald Ritter / hari
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