Schlafstörungen mit Hausmitteln lindern

Bei Schlafstörungen sollte die Schlafumgebung unbedingt reizarm sein. (Foto: Mascha Brichta/dpa/mag)

Schlafmangel macht sich vor allem am Tag bemerkbar: Müdigkeit und Konzentrationsmangel sind typische Anzeichen dafür, dass die Nacht nicht erholsam war.

Viele Betroffene können sich selbst helfen, denn oft ist eine verbesserte Lebensweise der Weg zur geruhsamen Nacht. Leicht sei so eine Verhaltensänderung nicht, sagt der Schlafforscher Jürgen Zulley aus Regensburg. Viele Unausgeschlafene suchen zunächst Hilfe bei Menschen mit dem gleichen Problem. Hartmut Rentmeister leitet einen Selbsthilfeverein in Solingen und wird oft angerufen. Medizinischen Rat könne er natürlich nicht geben, dafür sei der Hausarzt zuständig, sagt er. Vielen helfen aber einfache Tipps schon weiter.Wenn dann als erstes Hausmittelchen empfohlen werden, hat Schlafexperte Zulley nichts dagegen - solange es kein Alkohol ist. Heiße Milch mit Honig oder Baldrian hingegen können schon eine Hilfe sein. Auch das berühmte "Schäfchen zählen" hilft, da es eine monotone Stimulation darstellt, das heißt, es schläfert ein. Hörbücher oder ruhige Musik erfüllen denselben Zweck und sind vielleicht etwas zeitgemäßer. "Entspannung ist der Königsweg in den Schlaf", betont Zulley.

Ganz wesentlich ist es, bestimmte Grundregeln für gutes Schlafen einzuhalten - wie erst zu Bett zu gehen, wenn man wirklich müde ist, oder auch am Wochenende zur gewohnten Zeit aufzustehen. Rentmeister empfiehlt außerdem eine gute Schlafumgebung: "Man muss sich im Schlafzimmer wohlfühlen, das Bett muss zu Alter und Gewicht passen und die Temperatur muss stimmen", sagt er.

Wenn es trotz aller Tipps und Tricks nicht besser wird, ist der Gang zum Arzt erforderlich. Manchmal helfen vom Mediziner verordnete Schlafmittel weiter. Eine etwas grob wirkende Methode wird dagegen angewandt, wenn die Einschlafstörung sehr ausgeprägt ist: Der Betroffene soll dann bewusst wach bleiben, bis es nicht mehr anders geht und er endlich einschläft.

"Der Körper holt dann die besonders wichtigen Schlafphasen nach, es wird dadurch ein besonders effizienter Schlaf trainiert", erklärt Marie-Luise Hansen, Ärztliche Leiterin des Kompetenzzentrums Schlafmedizin an der Universitätsklinik Charité in Berlin.

Informationen der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin unter www.dgsm.de und der Deutschen Akademie für Gesundheit und Schlaf unter www.dags.de. Kontakt zur Selbsthilfegruppe von Hartmut Rentmeister über www.schlafapnoe-solingen.de.

dpa-Magazin / mag
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