Mit Stadtgänger Bernd S. Meyer auf dem Arnimplatz

Prenzlauer Berg. Einst quakten im Großen Pankpfuhl an Griebenows Schäferei die Frösche. Doch dann verschwand der Tümpel unter dem Erdaushub der nahen Ringbahn, die 1866 fertig wurde.

Obwohl die Gegend zu jener Zeit längst Berliner Stadtgebiet war, dauerte es noch fast vier Jahrzehnte, bis hier ein Karree mit 160 Metern Kantenlänge angelegt wurde und ringsum Mietshäuser samt Hinterhöfen entstanden. Das Karree bekam 1903 den Namen Arnimplatz und erinnert an den Dichter Achim von Arnim.

Der sitzt gemeinsam mit seiner Frau Bettina überlebensgroß in Bronze auf niedrigem Sockel. Bildhauer Michael Klein hatte den Auftrag zum Denkmal schon Ende der siebziger Jahre erhalten. Wegen der Zeitläufte unterbrochen, wurde es erst 1997 aufgestellt.

Bettina und Achim waren Berühmtheiten der Romantik. Sie blicken selbstbewusst, einander zärtlich zugeneigt, über das grüne Geviert mit seinen gepflasterten Wegen. Das ist nicht nur ein restauriertes Gartendenkmal, sondern auch ein beliebter Spiel- und Ruheort.

Ende der siebziger Jahre begann die Sanierung des Quartiers zwischen Schönhauser Allee und dem Bahngelände an Norweger- und Schwedter Straße. Direkt vor dem Mauerabschnitt zum Bezirk Wedding gelegen, wurden hier großflächig düstere Hinterhäuser abgerissen, die Vorderhäuser sparsam modernisiert.

Die Paul-Robeson-Straße, vorher Stolpische Straße, ist seit 1978 nach dem amerikanischen Sänger benannt, der auch Mitglied der Akademie der Künste war. Gleich um die Ecke, in der Schönfließer Straße, findet sich das Interkulturelle Haus Pankow. Hier sitzt der Verein Oase, Ort internationaler Begegnungen.

Die Keramikwerkstatt Yad Chanah des Kulturvereins Prenzlauer Berg bietet hier generationenübergreifende Kurse und pflegt jüdisch-religiöse Tradition im Kunsthandwerk.

Alle zusammen nutzen die einstige Gemeindedoppelschule, die vor genau 100 Jahren vom damaligen Stadtrat für Hochbau, Ludwig Hofmann, in der damals sehr kinderreichen Gegend errichtet wurde. Kurz vor Ende des vorigen Jahrhunderts musste sie jedoch wegen Schülermangels schließen, bietet nun aber viel Platz für Sozialarbeit und Soziokultur.

Die Plätze-Führung mit Bernd S. Meyer, dem Mann mit der Leiter, beginnt am Sonnabend, 22. Februar, um 11 Uhr. Treffpunkt ist auf dem Arnimplatz am Denkmal für Bettina und Achim von Arnim. Verkehrsverbindung: M 13, M 1 und Tram 50 sowie mit der S- und U-Bahn, je fünf Minuten Fußweg.

Die Teilnahme ist für unsere Leser kostenlos. Allerdings ist eine Anmeldung erforderlich: Am Freitag, 21. Februar, von 10 bis 12 Uhr anrufen unter 25 93 04 97 84 26.

/ BSM
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