Senator Michael Müller stellt Pläne für das Tempelhofer Feld vor

Tempelhof. Trotz aller Bürgerproteste und einem absehbaren Volksbegehren will der Senat offenbar seine umstrittenen Baupläne für das ehemalige Flugfeld durchsetzen. Die Gegner wollen es einfach so, wie es ist.

Kürzlich hat Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) in einem Hangar des stillgelegten Flughafens den "Masterplan" für die Entwicklung des riesigen Innenstadtareals vorgestellt. Danach will der Senat zunächst den südwestlichen Rand, schräg gegenüber vom U- und S-Bahnhof Tempelhof sowie parallel zur Schienentrasse und entlang des Tempelhofer Damms, mit der Zentral- und Landesbibliothek Berlin sowie mit über 1000 Wohnungen und Gewerbeflächen bebauen. Dafür müssten allerdings auch die rund 50 Laubenpieper und ein Bienenzüchter der zwischen S-Bahnbrücke und ehemaligem Flugfeld liegenden Kleingartenkolonie "Tempelhofer Berg" weichen. Die Randbebauung muss nach Ansicht von Müller "angesichts des Bevölkerungszuwachses möglich sein". In diesem Rahmen sollen die kommunalen Wohnungsgesellschaften beteiligt werden. Im Endeffekt steht sozusagen ein neuer Stadtteil zwischen Tempelhof und Neukölln auf der Agenda. Pikant: Ein Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung, der schon Mitte letzten Jahres den Stopp der Planungen gefordert hatte, spielt offenbar keine Rolle.

Drei Hektar großer See

Gehen die Pläne der rot-schwarzen Senatskoalition auf, sollen anschließend rund 230 Hektar des jetzt insgesamt fast 400 Hektar großen Geländes als unbebaute Grünfläche (etwas größer als der Tiergarten) in der Mitte vom Tempelhofer Feld übrig bleiben. Allerdings weiterentwickelt, wie der Senator sagt. Zu dieser angepeilten Weiterentwicklung sollen vor allem Gastronomie, Toiletten sowie der Bau von Rad- und Fußwegen gehören. Dazu sollen bis 2016 unter anderem etwa 1000 Bäume gepflanzt und das Bett für einen drei Hektar großen See ausgebaggert werden. Die Gesamtkosten der im Moment bis 2025 reichenden Planungen werden zurzeit mit rund 130 Millionen Euro beziffert. Freilich ohne den Bibliotheksbau. Der allein ist mit 270 Millionen Euro kalkuliert.


Horst-Dieter Keitel / hdk
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