Wissenslücken zu artgerechter Haltung

Hamster, also Goldhamster oder Zwerghamster, gehören seit Jahren zu den beliebtesten Heimtieren. Doch was ihre Haltung angeht, halten sich hartnäckig einige Irrtümer.

"Weil Hamster so klein und niedlich sind, verleitet das, sie als ideal für Kinder zu betrachten. Doch abgesehen davon, dass kein Tier ein ideales Kindertier ist, sind gerade Hamster dafür völlig ungeeignet", weiß Prof. Dr. Theo Mantel, Präsident der Bundestierärztekammer. Das Problem: Alle Hamster sind nachtaktiv, sie schlafen tagsüber und kommen nur in Ausnahmefällen heraus. Störungen am Tage bedeutet für die Tiere extremen Stress - etwa so, als wenn man ein Kind nachts um Drei aus dem Schlaf reißt ... Aktiv sind die Tiere erst am Abend und in der Nacht, also zu einer Zeit, wo Kinder schlafen müssen. Darüber hinaus sind Hamster als Einzelgänger überhaupt keine Streicheltiere.Es ist ein Gerücht, dass Hamster, die ausreichend mit Grünfutter versorgt werden, kein Wasser brauchen. "Das ist natürlich Quatsch, denn der Flüssigkeitsbedarf ist abhängig von der Tagesform, der Bewegung und von den Temperaturen. Den Tieren muss immer frisches Wasser über eine Trinkflasche angeboten werden", so Prof. Mantel weiter.

Hamster sind keine reinen Vegetarier. Um gesund zu bleiben, brauchen sie tierisches Eiweiß, also Mehlwürmer, Heimchen oder Grillen, und das etwa zwei- bis viermal in der Woche. Alternativ kann man aber auch einige

Gramm Rinderhack, Magerquark, Hüttenkäse oder Hunde- und Katzentrockenfutter anbieten.

"Hamster legen in der Natur große Strecken zurück, sie brauchen viel Bewegung. Ein Laufrad ist eine gute Möglichkeit, dem Hamster mehr Bewegung zu verschaffen und Stereotypien zu verhindern. Wichtig: Das Laufrad darf keine Gitter haben, denn besonders Zwerghamster bleiben mit ihren kleinen Pfoten zwischen den Gitterstäben hängen und verletzen sich. Es sollte auf einer Seite komplett verschlossen sein und einen Durchmesser von mindestens 25 Zentimeter haben. In zu kleinen Rädern wird der Nacken des Tieres extrem nach hinten gekrümmt und sein Rücken beim Laufen durchgebogen. Das kann langfristig zu Schmerzen und Schäden im Nacken- und Rückenbereich führen.


Bundestierärztekammer / BTK
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