Anwohner beklagen Verkehrsprobleme in der Lehrter

Seit Eröffnung des nahe gelegenen Hauptbahnhofs hat der Verkehr in der Lehrter Straße zugenommen. (Foto: Liptau)

Moabit. Seitdem vor wenigen Jahren in der Lehrter Straße ein Hostel neu errichtet wurde, ist es quirliger geworden am einstigen Stadtrand Westberlins. Anwohner beklagen vor allem den starken Busverkehr vor dem Hostel und die damit verbundenen Verkehrsbeeinträchtigungen.

Früher Stadtrandlage, heute mitten im Geschehen rund um Europas größten Fernbahnhof: Die Lehrter Straße ist spätestens seit Eröffnung des neuen Hauptbahnhofs im Großstadtgemenge des vereinigten Berlins angekommen. Beziehungsweise das Großstadtgemenge in der Lehrter Straße. Nicht nur an der Ecke Lehrter und Invalidenstraße ist vor wenigen Jahren ein neues Hotel entstanden, auch weiter nördlich wurde ein Hostel gebaut. Mitten ins Wohngebiet und, so sagten es zumindest die Anwohner schon damals, mit 850 Betten total überdimensioniert. Auf der jüngsten Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) thematisierte die CDU-Fraktion vor allem die Verkehrsprobleme durch eine große Anfrage. Die Verordneten wollten vom Bezirksamt wissen, ob ihm die Probleme vor dem Hostel bekannt seien. Dort würden immer wieder Reisebusse direkt auf der Fahrbahn halten und Gepäck ausladen, wodurch es zu Behinderungen komme. "Das größte Problem sind die Busfahrer, die die Ladeklappe dann auch noch zur Fahrbahn hin öffnen" sagt Susanne Torka vom Betroffenenrat Lehrter Straße. Dadurch werde oft die gesamte Straße zeitweise blockiert. Auch für die Touristen sei das gefährlich.

Stadtrat Carsten Spallek (CDU) sagte in der BVV, dem Bezirksamt sei bekannt, dass es "vereinzelt" zu Behinderungen komme. Kontakt zum Hostelbetreiber gebe es deshalb aber keinen. Das Bezirksamt sehe "derzeit keinen Handlungsbedarf".

Pierre Becher sieht das als direkter Nachbar ganz anders und will die derzeitige Situation nicht einfach hinnehmen. In einem Brief an den Stadtrat fordert er mit anderen Nachbarn, dass nach einer Lösung gesucht wird. "Es wurde schon über eine verbreiterte Busvorfahrt vor dem Hostel gesprochen", sagt er. Eine Lösung sei das seiner Meinung nach allerdings nicht. Erstens müssten dafür die Straßenbäume an der Stelle gefällt werden, zweitens würden die Fahrgäste bei der Gepäckverladung weiterhin auf der Fahrbahn herumspringen. "Außerdem würden uns damit noch mehr Parkplätze an der Straße verloren gehen." Er fordert, die aus seiner Sicht mangelhaft geplante Buseinfahrt auf den Hinterhof des Hostels zu verbessern. Die Einfahrt sei schlicht zu eng konzipiert, man müsse vielleicht einfach die Straßenlaternen vor Ort umsetzen, um das Befahren zu erleichtern.

Auch Susanne Torka vom Betroffenenrat sieht darin die beste Lösung. Wenn die Busfahrer dann noch darauf achten würden, dass das Gepäck nur noch zum Gehweg hin verladen wird und dabei den Motor ausstellen, sei schon viel gewonnen. Sie kann dem Problem auch etwas Positives abgewinnen: "Das Ganze ist für die Lehrter Straße auch eine Verkehrsberuhigung, wenn auch keine besonders attraktive."


Ralf Liptau / flip
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