Müggelsee: Sportrevier oder sensibles Ökosystem?

Die Seglergemeinschaft am Müggelsee fürchtet um ihr angestammtes Wassersportrevier. (Foto: Ralf Drescher)
Berlin: Müggelsee |

Friedrichshagen. Zu unterschiedlich sind die Interessen. Die einen sehen im Müggelsee ein wichtiges Wassersportrevier, die anderen ein schützenwertes und mit Reglementierungen für Berliner zu versehendes Ökosystem.

Bereits im vorigen Jahr hatte es Unstimmigkeiten zwischen Wassersportlern, Müggelseenutzern und lokalen Politikern auf der einen und der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz auf der anderen Seite gegeben.

Weil keine Klärung herbeigeführt wurde, hatte der scheidende Senator Andreas Geisel (SPD) das Unterschutzstellungsverfahren ausgesetzt. "Geerbt" hat es nun Regine Günther (Bündnis 90/Grüne), Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz. Ende Januar hat der Bezirkssportbund Treptow-Köpenick, der rund 35 000 Sportler vertritt, an die Politikerin geschrieben. „Die Einwände der Bürger im Rahmen der Betroffenenbeteiligung blieben unberücksichtigt. Es wurden immer neue oder veränderte Klauseln aufgenommen, die die Nutzung des Müggelsees und seiner Randgebiete zunehmend einschränken“, schreiben Walter Kaczmarczyk und Heidolf Baumann vom Vorstand des Bezirkssportbunds.

Kritikpunkte waren von Anfang an die Sperrung von Teilen des Müggelsees sowie Einschränkungen beim Wassersport, unter anderem bei Wettfahrten der Segler und Surfer. Es wird befürchtet, dass Teile des Sees durch Bojen abgesperrt und sogar Schwimmer dort ausgegrenzt werden.

Dabei hatte es im Oktober 2016 eigentlich Entwarnung gegeben. Der Berliner Segler-Verband hatte mitgeteilt, dass die geplanten Fahrverbotszonen am Westufer des Sees von ursprünglich 600 Metern auf 150 Meter reduziert wurden und damit alle Regatten ohne zusätzliche Genehmigungen durchgeführt werden könnten.

Was nun wirklich geplant wird, ist derzeit außerhalb der Verwaltung noch nicht bekannt. „Wir sind aktuell immer noch nicht informiert, welchen Inhalt und welche konkreten Folgen die neue Verordnung letztendlich haben soll“, schreiben Walter Kaczmarczyk und Heidolf Baumann der Senatorin.

Jetzt warten der Bezirkssportbund und die Wassersportvereine von Spree und Müggelsee ein versprochenes Gespräch mit der Senatorin ab. Erst danach wollen sich beide Seiten wieder öffentlich äußern.

Eine Onlinepetition, die sich gegen massive Behinderungen des Wassersports auf dem Müggelsee richtet, haben seit Herbst 2016 bereits über 2000 Unterstützer unterzeichnet: www.change.org. RD
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