Gabriele Sawitzki wird für soziales Engagement geehrt

Gabriele Sawitzki betreibt die Rixdorfer Schmiede: "Die Auszeichnung betrachte ich als Würdigung meiner langjährigen Arbeit." (Foto: Sylvia Richter)

Neukölln. Seit 2005 verleihen die Handwerkskammer und IHK die Franz-von-Mendelssohn-Medaille an Berliner Unternehmer, die sich in ihrem sozialen Umfeld engagieren. Dieses Jahr ging der Hauptpreis an Gabriele Sawitzki, Inhaberin der Rixdorfer Schmiede.

Eine Frau bearbeitet am offenen Feuer ein Eisen. Eine Schmiedin in Aktion. Wohl nur wenige können sich so eine Szene vorstellen. Dennoch ergreifen auch Mädchen heutzutage diesen Beruf. "Aber leider noch viel zu wenige", findet Gabriele Sawitzki. Die 57-jährige Diplomingeneurin ist die Betreiberin der Schmiede am Richardplatz. Seit sie das unter Denkmalschutz stehende Gebäude im Jahr 2004 als Pächterin übernahm, stellt sie dort Schmiedeelemente her. Sawitzki etablierte dort aber nicht bloß ein wirtschaftliches Unternehmen, sondern engagiert sich in vielfacher Hinsicht für ihr soziales Umfeld. Dafür verliehen ihr die Handwerkskammer und die IHK vor wenigen Tagen die Franz-von-Mendelssohn-Medaille.Die Neuköllnerin, die einen zweiten Schmiedebetrieb in der Bürgerstraße hat, setzte sich in ihrer Bewerbung gegen 48 Betriebe aus Berlin durch. Von Beginn an öffnete sie die Schmiede für das Publikum, denn sie weiß: "Das Interesse der Menschen an unserer Arbeit ist groß."

Aus diesem Grund gibt es sonntags von 14 bis 17 Uhr Besuchstage. Zudem nimmt die Schmiede unter anderem am Tag des offenen Denkmals, der Langen Nacht der Museen und am Rixdorfer Weihnachtsmarkt teil. Für Hobbyhandwerker bietet sie Schmiedekurse an. Mit der Wahl von überwiegend weiblichen Azubis im Betrieb setzt sich Sawitzki dafür ein, dass mehr junge Frauen den Beruf der Schmiedin oder der Schlosserin ergreifen.

Das bekräftigt sie mit ihrer regelmäßigen Teilnahme am Girls Day und an Projekten im Rahmen des Programms Lokales Soziales Kapital, in denen Jugendliche an das Handwerk herangeführt werden. Denn für die Schmiedin steht fest: "In den Handwerksberufen gibt es einen riesigen Bedarf an Personal. Kaum jemand ermutigt junge Leute aber dazu, einen Beruf zu ergreifen, bei dem man sich die Hände schmutzig macht." Damit sich das ändert, will sie noch lange weitermachen und auch ihre Zugehörigkeit zum Gesellen- und Prüfungsausschuss in der Handwerkskammer beibehalten.


Slyvia Baumeister / syri
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