Korbjäger aus dem Bezirk dominieren bei School-Finals

Der zehnjährige Mohamed El-Haibi (am Ball) war mit seinen Freunden Luka Petrovic und Mehdy Atie beim Vorentscheid der School-Finals mit dabei. (Foto: Nittel)

Neukölln. Beim ersten von vier Vorentscheiden der School-Finals-Berlin, dem Streetball-Ereignis der Hauptstadt, im Eisstadion Neukölln haben die Streetballer aus dem Bezirk ganz groß aufgetrumpft.

Allein 17 Teams aus neun Neuköllner Schulen qualifizierten sich für die Endrunde, die am 13. Juni von 9 Uhr an im Horst-Dohm-Eisstadion in Wilmersdorf ausgetragen wird. Auch drei Teams der Hermann-Sander-Schule, die insgesamt mit rund 20 Schülern angetreten waren, schafften den Sprung ins Finale. Doch für ihren ehrenamtlichen Betreuer Eckhard Templiner geht es auch bei diesem Sportprojekt nicht nur ums Gewinnen: "Kinder lernen beim Sport sehr früh und viel. Eine der ersten und vermutlich wichtigsten Erfahrungen ist, dass man auch mal verlieren kann - im Sport wie im Leben. Ich bin sogar der festen Überzeugung, dass man aus Niederlagen viel mehr lernt als aus Siegen", sagt der ehemalige Leistungssportler, Basketballer und Leichtathlet. Insbesondere im "Brennpunkt-Bezirk" Neukölln - wie Templiner ihn nennt - sei es für Kinder immens wichtig, schon früh mit Sport in Berührung zu kommen: "Disziplin, Ordnung und Fairness sind die Schlagworte, um die es im Sport primär geht." In zehn Altersklassen, getrennt nach Mädchen und Jungen, wurden am 28. Mai die Sieger dieses Vorentscheides ermittelt - allein in sieben triumphierten Mannschaften aus Neukölln: Bei den Mädchen setzten sich die "Tigers" von der Albrecht-Dürer-Schule, die "Street-Girls" von der Hermann-von-Helmholtz-Schule, die "Sandstone Lady Stars" von der Schule am Sandsteinweg und die "Sander-Girls" von der Hermann-Sander-Schule in ihrer jeweiligen Altersklasse durch. Bei den Herren triumphierte das Team "Habibas" von der Fritz-Karsen-Schule. Auch die Jungenteams "Aaron & die Anderen" von der Albrecht-Dürer-Schule und "Team Awesome" von der Hannah-Arendt-Schule konnten in ihren Altersklassen den Court als Sieger verlassen.

"Ich bin glücklich, wenn die Schüler Spaß haben und sich sportlich betätigen", freut sich Initiator und Organisator Mathias Ramsauer von der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung über einen gelungenen Auftakt der diesjährigen School-Finals. Unterstützt wurde er auch in diesem Jahr vom Streetball-Team der gemeinnützigen Gesellschaft für Sport und Jugendsozialarbeit.

Die Teilnehmerzahlen für den Neuköllner Vorentscheid, an dem auch Schulen aus Tempelhof-Schöneberg sowie Friedrichshain-Kreuzberg teilgenommen hatten, waren von 108 aus dem Vorjahr auf 121 gestiegen. "Wenn man bei sinkenden Schülerzahlen seine Teilnehmerzahlen auch nur halten kann, ist man in der Senatsverwaltung schon der Größte", frohlockt Mathias Ramsauer.

Einst angetreten, um - wie er immer sagte - möglichst viele Schüler von der Straße zu holen, hat sich im Jahr der 20. School-Finals-Berlin einiges geändert. "Heute müssen wir sie nur noch auf die andere Straßenseite holen", lacht Ramsauer, bevor er doch noch mal ernst wird. "Es war hier in Neukölln, in einem unserer ersten Jahre, als ein Schüler auf mich zukam und rief: ,Ich steche Dich ab!’ Das hat es seitdem nicht mehr gegeben. Ich glaube, dass sich die Dinge und viele Schüler verändert haben. Wer sich nicht benommen hat, ist rausgeflogen. Und diese Sprache haben sie alle verstanden."


Michael Nittel / min
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